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R. B. Kitaj und Hamburg

Seminar mit Prof. Dr. Martin Roman Deppner
18. Oktober 2013 - 18. Oktober 2013 (15.00 Uhr - 17.30 Uhr)
ausgebucht

Im Jahr 1980 erwarb die Hamburger Kunsthalle R. B. Kitajs bedeutendes Collage-Gemälde „Reflections on Violence“ (1962). Werner Hofmann stellte damit dem ebenfalls neu erworbenen „Doll Boy“ von David Hockney eine weitere Variante der englischen Pop-Art zur Seite.

Wie kein zweites seiner frühen Werke illustriert der Fragmentcharakter von „Reflections on Violence“ Kitajs Bestreben, das Bild gegen die Schock-Ästhetik der Avantgarde und im Sinne Aby Warburgs als mehrdimensionalen „Denkraum“ zurückzugewinnen. Von hier aus führt eine direkte Linie zu Kitajs großem Projekt einer genuin jüdischen Kunst der Moderne, die ihren Ausgang bei der Erfahrung der Diaspora als einer örtlichen und kulturellen „Zerstreuung“  nimmt.

Eine bedeutende Etappe auf diesem Weg war eine Ausstellung im Hamburger Heine-Haus, wo im Jahr 1988 unter dem Titel „Die Spur des Anderen“ Werke von Kitaj sowie befreundeten Künstlern aus seiner Sammlung mit Arbeiten Hamburger Künstler zusammengeführt wurden. Zu diesem Zeitpunkt verfasste Kitaj sein „Erstes Manifest des Diasporismus“, das nicht zuletzt deshalb zunächst auf deutsch erschien, weil eine aus Hamburg geführte Korrespondenz den Maler auf die Idee brachte, sein Interesse an jüdischer Kunst mit demjenigen an junger deutscher Kunst zu verbinden.

Martin Deppner, einer der besten Kenner des Künstlers und mit dessen Werk seit langer Zeit vertraut, geht im Seminar den vielfältigen Hamburger Bezügen von Kitajs „Weltkultur aus der Diaspora“ (Klaus Herding) nach.

LEITUNG Prof. Dr. Martin Roman Deppner
TERMIN Freitag, 18. Oktober 2013, 15 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 15 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich