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Diaspora – Kunst als Lebensform. R. B. Kitaj und seine literarischen Vorbilder

Seminar mit Marion Koch, M. A. und Dr. Alexandra Lübcke
19. Oktober 2013 - 19. Oktober 2013 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Das große Leitthema in Kitajs Malerei ist die Frage nach der Identität in der Moderne. In permanenter Auseinandersetzung mit dem eigenen „Jüdischsein“ sowie der Beschäftigung mit Künstlern und Literaten wie Franz Kafka, Sigmund Freud, Walter Benjamin, Aby Warburg oder Gustav Mahler entwickelt Kitaj gleichsam eine kollektive jüdische Identität.

Parallel dazu war Kitaj auf der Suche nach einer neuen Kunst, die er über den Begriff der „Diaspora“ zu definieren suchte. Die Erfahrung des Ausgegrenztseins, Exil, Vertreibung, Ortlosigkeit und Auslöschung markierten für ihn den Kern dieser Kunst, die selbst zu einer Lebensform werden sollte. Das Ergebnis sind Gemälde voller rätselhafter Anspielungen auf die Werke vom Künstler geschätzter Philosophen, Musiker und Literaten.

Kitajs Konzept einer „diasporistischen“ Malerei zielt dabei keineswegs auf eine ausschließlich „jüdische“ Kunst. Das Leben in der Diaspora war für Kitaj vielmehr eine Grundbedingung der Moderne, in der Menschen nicht nur durch politische und rassistische Gewalt ins Exil gedrängt werden, sondern sich aus den unterschiedlichsten Gründen „zerstreuen“ – unterwegs in verschiedenen Kulturen, mit vielschichtigen Identitäten. So ist auch Kitajs Malerei von den Erfahrungen seiner eigenen Wanderschaft, aber ebenso der Auseinandersetzung mit der Literatur, Kunst und Philosophie der Diaspora in Europa und Amerika geprägt.

Dem faszinierenden Zusammenspiel von biographischer Erfahrung, bildender Kunst, Literatur und Philosophie werden wir im Seminar auf den Grund gehen, die literarischen und philosophischen Bezüge – etwa zu Hanna Arendt und den Konzepten von „Diaspora“ – aufdecken sowie die bildnerischen Verknüpfungen deutlich machen.

Die Veranstaltung findet in der Ausstellung sowie im Seminarraum statt.

LEITUNG Marion Koch, M. A., Dr. Alexandra Lübcke
TERMIN Samstag, 19. Oktober 2013, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich