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Englische Kunst von 1730 bis 1918. Teil II: Die schwarze Romantik: Johann Heinrich Füssli und William Blake

Seminarreihe mit Florian Britsch, M. A. und Dr. Alice Gudera
19. März 2014 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 16.3. und 2.4.2014 an.

„Shocking“, notierte sich Horace Walpole im Katalog der Jahresausstellung der Royal Academy von 1882, nachdem er die erste Version von Johann Heinrich Füsslis Gemälde „Der Nachtmahr“ gesehen hatte. Das Bild, die Darstellung einer lasziv dahingestreckten Schlafenden, der ein nackter Alp auf dem Bauch hockt, faszinierte und verstörte das Publikum gleichermaßen, machte den Maler jedoch mit einem Schlag berühmt. Während in der Literatur Walpoles Schauerroman „Das Schloss von Otranto“ bereits 1864 das Genre der „gothic novel“ begründet hatte, war es der gebürtige Schweizer Füssli (1741–1825), der nun zum Protagonisten der „Schwarzen Romantik“ in der bildenden Kunst avancierte.

Einen Nachfolger fand Füssli schon bald darauf in William Blake (1757–1827), der die industrielle Wirklichkeit verteufelte und sich mystisch-visionären Bildern und Illustrationen zuwandte. Keineswegs zufällig war es ausgerechnet das industriell fortschrittliche Großbritannien, in dem die Faszination für Wahnsinn und Traum, für das Düstere und Abgründige der menschlichen Psyche zuerst Platz griff. Man begeisterte sich für Dante und Shakespeare, für die melancholischen „Nachtgedanken“ Edward Youngs, die Gesänge Ossians und John Miltons Versepos „Paradise Lost“, das Füssli zu einem monumentalen Zyklus von 40 bzw. 47 Gemälden, der sogenannten „Milton Gallery“, inspirierte. Theoretische Schützenhilfe leistete Edmund Burkes Philosophie des Erhabenen, die anstelle von moralischer Belehrung die emotionale Überwältigung, das genussvolle Schaudern zum obersten Ziel der Kunst erhob. Sie beeinflusste nicht zuletzt die Landschaftsmalerei, so dass das Unheimliche und Bedrohliche – etwa in der Darstellung von Elementargewalten – auch hier zu einem Charakteristikum der englischen Kunst um 1800 wurde.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum statt.


LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Mittwoch, 19. März 2014, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.