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Serial Attitudes: Die Serie als Prinzip in Kunst, Literatur und Philosophie der Moderne

Seminar mit Dr. Alexandra Lübcke und Marion Koch, M. A.
29. März 2014 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar auch am 4.4.2014 an.

Als Claude Monet in seiner Einzelausstellung vom Frühjahr 1891 erstmals fünfzehn Bilder mit dem gleichen Motiv – den legendären „Getreideschobern“ – präsentierte, lag das Phänomen gleichsam in der Luft. Bereits vor Monet hatten Künstler wie Courbet, Degas oder Cézanne begonnen, ausdrücklich in Serien zu arbeiten, und in den späten 1880er Jahren hatte auch die serielle Fotografie ihren Siegeszug angetreten. Die künstlerischen Entwicklungen waren überdies eng verbunden mit den großen soziokulturellen Umbrüchen der Moderne, der Massenproduktion und dem Massenkonsum: Die Serie avancierte zu einem zentralen kulturellen Gestaltungsprinzip.

Mit dem Aufkommen der Minimal- und Konzeptkunst in den 1960er Jahren erlebte das serielle Prinzip eine erneute Radikalisierung: Nun wurde der traditionelle Werkbegriff des einzigartigen Meisterwerks, des Unikats, grundsätzlich in Frage gestellt. Serielle Wiederholungen, die Reduktion auf klare, oftmals geometrische Strukturen sowie die Verwendung industrieller Materialien waren die Kennzeichen der neuen Kunst.

In unserem Seminar schlagen wir eine Brücke zwischen den Positionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts (Degas, Monet, Delaunay) und den seit den 1960er Jahren entstandenen Werken (u. a. von Josef Albers, Sol LeWitt, Donald Judd und Franz Erhard Walther). Ergänzend werfen wir einen Blick in die Literatur, angefangen bei den großen Werkzyklen der französischen Moderne (Baudelaire, Zola) über die Avantgarde (Gertrude Stein) und die zyklisch-seriellen Erzählungen der Gegenwartsliteratur bis hin zu den Superhelden-Comics und TV-Serien. Nicht zuletzt haben sich Kulturtheoretiker und Philosophen wie Michel Foucault oder Umberto Eco explizit mit dem Prinzip der Serialität beschäftigt.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum sowie in der Sammlung statt.

LEITUNG Marion Koch, M. A., Dr. Alexandra Lübcke
TERMIN Samstag, 29. März 2014, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Marion Koch, M. A.
Marion Koch, M. A.
Studium der Kunstpädagogik in Heidelberg, der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Philosophie in Heidelberg, Rom und Hamburg. Magisterarbeit über Baldassare Peruzzi. Seit vielen Jahren freie Mitarbeiterin der Hamburger Kunsthalle sowie Seminar- und Reiseleiterin für die Freunde der Kunsthalle.
Dr.  Alexandra Lübcke
Dr. Alexandra Lübcke
freiberufliche Kulturwissenschaftlerin. Seit ihrem Studium der Literatur, Geschichte und Psychologie als Lehrbeauftragte (Universitäten Hamburg und Hannover) und Dozentin in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. in der Kunsthalle und an der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg. Arbeitsschwerpunkte: Kulturtheorien, europäische und außereuropäische Kulturgeschichte, Orientalismus.