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#2560

Ecce Homo: Atelierbesuch bei Gustav Kluge

Gustav Kluge
06. Februar 2018 (19.00 Uhr - 20.30 Uhr)

Aus dicken Farbpasten bildet Gustav Kluge seine Figuren heraus, in einem fortwährenden Prozess der Vergegenwärtigung. Doch das, was sich da herausschält, ist kein heroisches Menschenbild, sondern ein bedrohtes. Kluges Thema ist von Anfang an der Mensch in seiner Existenz, aber nicht nur in seiner seelischen Situation. Der Hamburger Maler, der zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart zählt, prangert vielmehr explizit politische und soziale Missstände an. Dabei sind es die Nahtstellen, die ihn interessieren: Dort, wo individuelle Schicksale von den Umständen beeinflusst werden, und umgekehrt dort, wo Missstände sich unmittelbar auf den Menschen auswirken, wird beides konkret.

Das macht es so schwer, sich den Bildern Kluges zu entziehen – und gleichzeitig, sie überhaupt auszuhalten. Die großen kritischen Diskurse holt er aus der bequemen Distanz zurück ins Leben und zeigt sie in ihren Auswirkungen – dort, wo sie wehtun. Und umgekehrt wird menschliches Leid nicht nur als einzelnes, sondern in seiner übergeordneten, ja man möchte fast sagen systematischen Dimension sichtbar.

Wir besuchen Gustav Kluge in seinem Atelier und sprechen mit ihm über seine oft verstörenden Arbeiten, von denen aktuell einige in der Kunsthalle zu sehen sind.

LEITUNG Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Dienstag, 6. Februar 2018, 19 bis 20.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 15 Euro inkl. Snacks und Drinks, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Gustav Kluge
geb. 1947 in Wittenberg/Elbe, 1968-72 Studium der Malerei an der HFBK Hamburg, 1973 Mitgründer der Produzentengalerie Hamburg. 1996–2016 Professor für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Zahlreiche Preise, u. a. Edwin-Scharff-Preis (1988), Preis der Stiftung Bibel und Kultur (2006), Käthe-Kollwitz-Preis (2008). Ausstellungen, u. a. „Das Zwillingsschema“, Hamburger Kunsthalle (1984), „Die Elemente – Die Künste“, Saarlandmuseum, Saarbrücken (1992), „PHANTOM Leib“, St. Petri, Lübeck (1994), „verbotene Orte“, Hamburger Kunsthalle (1997), „EgoCinema“, Wilhelm Hack Museum, Ludwigshafen (2012).