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Ateliergespräch mit Almut Linde: Radical Beauty

Moderation: Veronika Schöne, M. A. im Gespräch mit Almut Linde
29. März 2014 (18.30 Uhr - 20.00 Uhr)
ausgebucht
Gemeinsam mit den Freunden ADVANCED.

Form und Inhalt sind zwei grundlegende Konstituenzien bildender Kunst. Das eine kann, so möchte man meinen, nicht ohne das andere. Gerade das aber geht sehr wohl. Denn mit der Moderne werden aus den Komplementären fast Rivalen, die in einem Spannungsfeld zueinander stehen, das sie von unterschiedlichen Seiten her ausloten.

Besonders deutlich wird dies in den 1960er Jahren mit der amerikanischen Minimal Art, die sich auf die scheinbar leere, geradezu selbstgenügsame Form zurückzieht. Die kubischen Objekte eignen sich weder zum Gebrauch noch zur Bedeutungsaufladung. Doch zeigt schon ein Blick in die Ausstellungen „Eva Hesse“ und „Serial Attitudes“, dass Minimal nur einen Extrempunkt markiert und zahlreiche Künstler sich weiterhin innerhalb des Spannungsfeldes bewegen.

Die Hamburger Künstlerin Almut Linde hat schon in den späten 1980er Jahren den Begriff „Dirty Minimal“ geprägt, der den inneren Zusammenhang von Form und Inhalt sichtbar macht. Ihre Arbeiten befragen das streng Konzeptuelle der „leeren“, „sauberen“, scheinbar bedeutungslosen Form, da ein Konzept, wie Linde formuliert, „nie eine komplette Beschreibung von etwas Tatsächlichem in der Realität ist, sondern nur eine Annäherung.“ Darüber hinaus gibt es das unvorhergesehene „Schmutzige“, „eine formende Kraft, die im Alltagsleben normalerweise ignoriert oder Zufall genannt wird“.

Lindes Offenlegung des Form-Inhalt-Bezuges ermöglicht eine Befragung von Gesellschaft, Politik und Ökonomie mit den dezidiert formalen Mitteln der Kunst und überschreitet damit sowohl die Grenzen der oft als formalistisch geschmähten „reinen“ Kunst als auch die oft nur aktionistisch formulierte politische Stellungnahme.

Wir wollen mit Almut Linde im Atelier über ihre Arbeiten und die Deutungsmöglichkeiten der Minimal Art sprechen.

MODERATION Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Samstag, 29. März 2014, 18.30 bis 20 Uhr
KOSTENBEITRAG 15 Euro inkl. Snacks und Drinks, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Almut Linde
geb. 1965 in Lübeck, Studium an der HfBK Hamburg (1985–1994), Meisterschülerin bei Bernhard Johannes Blume und Franz Erhard Walther; Künstlergruppe Linde Ludeña Sierra (1988–1994), HAP Grieshaber-Preis, Bonn (2008). Einzelausstellungen zuletzt u. a. in der Overbeck-Gesellschaft, Lübeck (2012), im Kunstverein Braunschweig (2013), Chapter Cardiff, Wales (2013), DA2 Domus Artium 2002, Salamanca (2013) sowie demnächst im Kunstpalais Erlangen (2014).