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Aufbruch

Aufbruch

Nach einer Reihe von personellen Änderungen im Vorstand gewann das Vereinsleben der Freunde Mitte der 1980er Jahre wieder an Dynamik. In dieser Zeit begannen die Freunde, sich zu dem Verein in seiner heutigen Form zu entwickeln.

Schon in ihrer Gründungszeit hatten die Freunde Exkursionen und Reisen veranstaltet. Allerdings waren diese seit 1971 nicht mehr angeboten worden. Das begann sich 1986 zu ändern, als der Vorstand des Vereins eine Projektgruppe „Reisen“ gründete. Zwei Jahre später wurde dann das Reiseprogramm ins Leben gerufen, welches zunehmend an Profil gewann. Außerdem griffen die Freunde 1986 ein weitere Tradition aus ihren Anfangsjahren wieder auf: exklusive Führungen, Vorbesichtigungen und Sondereröffnungen in der Kunsthalle für Vereinsmitglieder.

1990 wurde ein stark erweitertes Angebot an Führungen, Seminaren, Tagesfahrten und Kunstreisen vorgelegt, das auf außerordentliches Interesse bei den Mitgliedern stieß und in den folgenden Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde. Im Jahr 2007 wurden insgesamt 203 Veranstaltungen angeboten, an denen mehr als 4.300 Vereinsmitglieder teilnahmen.

Neben das klassische Tätigkeitsfeld Kunstvermittlung trat zu Beginn der 1990er Jahre eine weitere Aktivität, die zunehmend an Bedeutung gewann: die finanzielle Unterstützung der Kunsthalle. Engagierten sich die Freunde bis 1990 nur selten mit Ankäufen, so haben sie dieser seitdem über 70 Werke ganz verschiedener Art geschenkt, u. a. von Georg Baselitz, Max Beckmann, Lovis Corinth, Erich Heckel, David Hockney, Ernst Ludwig Kirchner, Gustav Klimt, Max Liebermann, Mario Merz, Sigmar Polke, Anita Rée, Gerhard Richter, Phillip Otto Runge und Richard Serra.

Die Freunde weiteten ihre Unterstützung der Kunsthalle aber auch auf andere Bereiche aus: 1991 begannen sie, neben Ausstellungs- und Bestandskatalogen auch die neu gegründete „Kleinen Reihe“ mit zu finanzieren. Diese behandelt in ihren einzelnen Bänden Themen, die in Zusammenhang mit der Kunsthalle, ihren Sammlungen und Ausstellungen stehen. 1996 richteten die Freunde das Gustav-Pauli-Volontariat ein, eine zusätzliche Volontärsstelle für die Kunsthalle.2002 griffen sie mit der Förderung der Ausstellung „Expedition Kunst“ einmal mehr eine Tradition aus ihren Anfangsjahren auf. Dies wurde in der Folgezeit fortgesetzt, so z. B. 2007 als der Verein als Hauptförderer der Ausstellung „Das schwarze Quadrat. Hommage an Malewitsch“ auftrat.

Seit Ende der 1980er Jahre entwickelten sich aus dem alten Verkaufsstand der Freunde nach und nach moderne Museumsshops. Diese sind eine wichtige Quelle, um die finanzielle Unterstützung für die Kunsthalle realisieren zu können. Derzeit gibt es drei von ihnen: im Altbau der Kunsthalle, in der Galerie der Gegenwart und im Hubertus-Wald-Forum. Außerdem wurde 2004 ein online-Shop mit einem umfangreichen Angebot eingerichtet.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder mehr als versechsfacht. Waren es 1990 noch 2.731, so konnten die Freunde im Februar 2000 ihr 10.000. und im September 2008 ihr 17.000. Mitglied begrüßen. Dem Verein gehören viele junge Berufstätige, Auszubildende und Studierende an, für die mit dem Programm der Jungen Freunde und mit der Nachwuchsorganisation kunst meets kommilitonen spezielle Angebote eingerichtet wurden.

Im Januar 2003 wurde auf Initiative des Vorsitzenden der Freunde, Dr. Ekkehard Nümann, der Bundesverband der Fördervereine Deutscher Museen für bildende Kunst gegründet. Ziel dieses Dachverbandes, der von der Geschäftsstelle der Freunde betreut wird, ist es, die Zusammenarbeit der inzwischen 50 Mitgliedsvereine zu vernetzen. Hier zeigt sich eine interessante Parallele zu den Anfangsjahren der Freunde: Bereits Gustav Pauli hob in den 1920er Jahren auf die Notwendigkeit des Zusammenschlusses „geistesverwandter Organisationen“ ab.

Text: Johannes Gerhardt

Vom selben Autor erschienen:
Die Geschichte der Freunde der Kunsthalle. Gedruckt im Auftrag der Freunde der Kunsthalle, Hamburg 2007

Erhältlich im Museumsshop oder online bestellbar.