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Die 60er und 70er Jahre

Die 60er und 70er Jahre

Dem großen Ansturm folgte seit Beginn der 1960er Jahre eine Phase nachlassender Resonanz. Die Vorträge der Freunde fanden nicht mehr den Zulauf wie zuvor. In Hamburg lockte ein immer breiter gefächertes kulturelles Angebot, mit dem das Veranstaltungsprogramm der Freunde konkurrieren musste.

1972 übernahm Alfred Hentzen, der 1969 als Direktor der Kunsthalle in den Ruhestand getreten war, offiziell den Vorsitz des Vereins, den er de facto schon in den 1960er Jahren geleitet hatte. Bei aller Bedeutung, die er als Direktor für die Kunsthalle hatte – als Mitglied des Vorstandes der Freunde und als dessen Vorsitzender konnte er wenig dazu beitragen, die Probleme, die den Verein zunehmend belasteten, zu lösen.

Die Mitgliederzahl der Freunde schrumpfte dramatisch: Innerhalb von 5 Jahren ging sie bis Ende 1969 um mehr als ein Drittel zurück. Die Talsohle war 1974 erreicht, als dem Verein nur noch 1.134 Personen angehörten. Obwohl das Vortragswesen der Freunde in den 1960er Jahren an Publikumszuspruch verlor, wiesen die Vorträge weiterhin ein hohes Niveau auf. Auch in dieser Zeit kamen zahlreiche renommierte Kunsthistoriker in den Vortragssaal der Kunsthalle, so etwa Wolfgang Braunfels, Max Imdahl, Otto Pächt oder Sir Nikolaus Pevsner.

Seit 1969, also mit Beginn der Amtszeit Werner Hofmanns als Kunsthallendirektor, bezogen sich die Vortragszyklen der Freunde dann verstärkt auf die jeweiligen Ausstellungen der Kunsthalle. Dies gilt etwa für die Wintervorträge über „Manets ‚Nana’ – Mythos und Wirklichkeit“ (1972), „Landschaftsmalerei zur Zeit Caspar David Friedrichs“ (1974), „Goya“ (1980) oder „Picasso“ (1981).