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Ottensen: Bauerndorf – Arbeiterviertel – Szenequartier

Stadtrundgang mit Rainer Scholbe, M. A.
21. Mai 2019 (18.00 Uhr - 20.30 Uhr)
abgesagt

Ottensen ist hochattraktiv, in jeder Hinsicht. Das Zusammenspiel von Altstadtflair und Industriebauten, Hinteröfen und Marktplätzen, Cafés und Geschäften macht seinen einzigartigen Charme aus. Ein bisschen Berlin und ein bisschen Paris, zieht es nicht nur Jungvolk und Szenegänger an, sondern auch die Preise. Gentrifizierung ist hier allerorten spürbar.  

Das ist das Ende einer langen Entwicklungsgeschichte, die im 19. Jahrhundert begonnen hat. In dem ehemaligen holsteinischen Bauerndorf siedelten sich Glashütten, Fischräuchereien, Zigarettenfabriken und metallverarbeitende Betriebe an. Der Niedergang dieser Industrien in den 1970er Jahren führte zu einer Verarmung des Stadtteils. Häuser und Fabriken standen leer. Es galt als abenteuerlich, in dieses verwahrloste Viertel zu ziehen.

Nachdem der Stadtteil in den 1970ern fast den Planspielen für eine „City West“ zum Opfer gefallen wäre, wurde er dann zum Symbol für ein Umdenken: Die alte, kleinteilige Struktur des Viertels wurde bewahrt, alte Fabrikhallen umgenutzt und kleine Läden und Initiativen gegründet. Mit den 1980ern kam dann die Gentrifizierung: Firmenansiedlungen, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und der damit einhergehende Zuzug von Besserverdienenden erzeugten die üblichen Mechanismen der Verdrängung.

Noch hat sich Ottensen seine Durchmischung und die soziale und kulturelle Vielfalt erhalten. Doch neue Projekte wie die Verlegung des Fernbahnhofs oder die Umgestaltung des Spritzenplatzes rufen erneut Bürgerinitiativen auf den Plan. Wir wollen auf unserem Rundgang die kleinen alten Strukturen aus umgenutzter Industriearchitektur, idyllischen Hinterhöfen und lauschigen Plätzen erkunden und die großen neuen Bauvorhaben hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Stadtteilstruktur erörtern.

STADTRUNDGANG Ottensen: Bauerndorf – Arbeiterviertel – Szenequartier
LEITUNG Rainer Scholbe, M. A.
TERMIN Dienstag, 21. Mai 2019, 18 bis 20.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Studierende bis 30 Jahre 22 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

 Rainer Scholbe, M. A.
Rainer Scholbe, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Soziologie und Philosophie in Hamburg; Fachgebiete: moderne und zeitgenössische Kunst und Architektur. Seit 1987 freiberuflicher Dozent, seit 1991 auch für die Freunde der Kunsthalle; langjährige Tätigkeit als Kunstberater und Veranstalter von Kunstreisen.