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Ken Schles, Jeffrey Silverthorne, Miron Zownir: Radikale Blicke auf die Welt

Führung mit Ulrich Rüter, M. A.
03. Juli 2016 (11.30 Uhr - 13.00 Uhr)

Drei Photographen, eine Stadt: New York in den Achtzigern. Und drei verschiedene Sichtweisen von Ken Schles,  Jeffrey Silverthorne und Miron Zownir. Ken Schles zeigt in seiner legendären Serie „Invisible City" von 1988 das Leben in der Lower East Side mit seinen Drogenabhängigen, Obdachlosen, der exaltierten Schwulenszene und all den Künstlern, Kreativen und solchen, die es werden wollen. Kein schillerndes New York, sondern ein exhibitionistisches, elendes und existentielles.

Von heute aus gesehen mutet der Blick auf diese Mischung aus Elend und Exaltiertheit, aus Aufstiegsmöglichkeit und Abgrund fast nostalgisch an, sind doch Dokumentationen wie die von Schles stilbildend geworden. Doch steht der Verklärung in dieser Ausstellung entschieden der radikale tabulose Blick auf die gesellschaftlichen Ränder entgegen.

Auch Jeffrey Silverthornes Werk kreist um existentielle Fragen wie Liebe und Tod, Identitäts- und Geschlechterfragen. Unverstellt dokumentiert er menschliche Leiber in Leichenschauhäusern, montiert Fragmente von Körpern zu Zwitterwesen zusammen, die im Medium der Fotografie das Tabu Transgender frühzeitig thematisieren. Schonungslos auch der Blick von Miron Zownir, der in düsteren Bildern die Lebenswelten von Außenseitern in einer scheinbar zeitlosen Schattenwelt beschreibt.

Dabei geht es nicht nur um die Dokumentation gesellschaftlicher Tabus. Sondern um einen subjektiven Blick, der an unsere Gefühle appelliert. Und sich dabei oft hart an der Schmerzgrenze bewegt. Ulrich Rüter wird uns die drei Photographen vorstellen.

FÜHRUNG Ken Schles, Jeffrey Silverthorne, Miron Zownir: Radikale Blicke auf die Welt
LEITUNG  Ulrich Rüter
TERMIN Sonntag, 3. Juli 2016, 11.30-13 Uhr
ORT Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg
KOSTEN 15 Euro, Studierende bis 30 Jahre 12 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 3 Euro (inkl. Eintritt)

 Ulrich Rüter, M. A.
Ulrich Rüter, M. A.
Fotohistoriker; Studium der Kunstgeschichte in Hamburg und Wien. Er war für zahlreiche fotografische Institutionen und Museen tätig, u. a. die Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, und die Kunstbibliothek Berlin. Als freier Kurator, Autor und Dozent in Hamburg arbeitet er für verschiedene Museen und fotografische Projekte. Er ist seit vielen Jahren Vorstandsmitglied des Freundeskreises des Hauses der Photographie der Deichtorhallen Hamburg und ist derzeit auch als kuratorischer Berater der Triennale der Photographie Hamburg tätig.