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Entfesselte Natur. Das Bild der Katastrophe seit 1600

Kuratorenführung mit Dr. Markus Bertsch
23. September 2018 (15.00 Uhr - 16.30 Uhr)

Katastrophen sind so aktuell wie nie. Weil die Menschen gerne den schrecklichen Schauder spüren, während sie sich selbst in Sicherheit wissen. Weil sie für einen Moment in ihrem Allmachtsstreben gebremst werden. Weil sie merken, dass sie nicht alles beherrschen können. Und weil sie diejenigen als Helden feiern können, die die Folgen der Katastrophe zu bewältigen wissen und größeres Unheil abwenden.

Obwohl gewaltige Naturkatastrophen im Zentrum nahezu sämtlicher Schöpfungsmythen stehen, hatten es konkrete Katastrophen etwas schwerer, bildwürdig zu werden. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts schält sich das Katastrophenbild als eigene Gattung heraus. Fortan sind konkrete Schiffbrüche, Erdbeben und Vulkanausbrüche salonfähig und nicht mehr Teil biblischer oder anderer mythologischer Erzählungen.

Befördert wurde diese Entwicklung von der Ästhetik des Erhabenen, aber auch von dem Erdbeben von Lissabon 1755, das als epochaler Einschnitt und Beginn eines aufgeklärten Umgangs mit der Katastrophe gedeutet wurde. Beides prägt bis heute unser Verständnis der Naturkatastrophe sowie unser Bild von ihr.

Mit einer umfassenden, epochen- wie medienübergreifenden Ausstellung geht die Hamburger Kunsthalle nun erstmals den Naturkatastrophen in der Kunst nach. Annähernd 200 Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen, Fotografien, Filme und Videos spannen einen Bogen von 1600 bis in die Gegenwart und erzählen eindrücklich, wie die Kunst unsere Bilder und Vorstellungen von Naturkatastrophen geprägt hat.


KURATORENFÜHRUNG Entfesselte Natur. Das Bild der Katastrophe seit 1600
LEITUNG Dr. Markus Bertsch
TERMIN Sonntag, 23. September 2018, 15 bis 16.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro, Studierende bis 30 Jahre 9 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt in die Kunsthalle)
Anmeldung erforderlich

Dr. Markus Bertsch
Dr. Markus Bertsch
Studium der Kunstgeschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Klassischen Archäologie in Berlin. Von 2001 bis 2004 sowie 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunsthistorischen Seminar der Universität Jena, 2009 bis 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hamburger Kunsthalle, 2012 bis 2014 Direktor des Mittelrhein-Museums Koblenz. Seit Oktober 2014 Leiter der Galerie 19. Jahrhundert an der Hamburger Kunsthalle.