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Vom öffentlichen Platz zum öffentlichen Raum. Denkmal – Mahnmal – autonomes Kunstwerk

Seminar mit Ulrich Dörrie und Dr. des. Veronika Schöne
16. März 2019 - 30. März 2019
abgesagt

Heiß diskutiert und heftig umstritten: Der öffentliche Raum ist eine der zentralen Kontroversen der letzten Jahre. Denn an ihm entzünden sich nicht nur Gedanken der Teilhabe einer demokratischen Gemeinschaft – eben der Öffentlichkeit – sondern auch die Idee demonstrativer Repräsentation von Macht. Das zeigt sich besonders auf den Plätzen, die seit jeher eine besondere ästhetische Gestaltung erfahren: von den Pflasterungen über Brunnen bis hin zu Denkmälern und Statuen spiegeln sich in den Plätzen der Neuzeit die Strukturen der Macht.

Ob weltlich oder geistlich, ob Fürsten und Könige oder Tyrannen und Diktatoren: die öffentlichen Plätze sind Bühnen ihrer Selbstdarstellung – und die Monumente und Standbilder Teil dieser Inszenierung. Erst mit der Entstehung des Bürgertums bildet sich sukzessive eine Idee demokratisch legitimierter Öffentlichkeit heraus, die sich auch stadträumlich manifestiert: Straßen und Plätze werden zu Bühnen des bürgerlichen Lebens.

Demokratische Bildungsideale verpflichteten Bauherren in der Nachkriegszeit, mindestens 1% der Gesamtsumme in „Kunst am Bau“-Projekte zu investieren. Doch erst in der Folge von 1968 wurde die Kunst aus ihrer Bindung an den Bau und ihrer repräsentativen Verpflichtung staatsmännischer (Selbst-) Darstellung entlassen und wirklich frei in den öffentlichen Raum hinein gestellt.

Große Ausstellungen wie die 1977 ins Leben gerufenen „Skulptur Projekte Münster“ stellen Grundfragen nach dem, was Öffentlichkeit, öffentlicher Raum und freie, nicht instrumentalisierbare Kunst eigentlich sein kann. Besonders deutlich zeigen sich diese gesellschaftspolitischen Fragestellungen im ambitionierten Hamburger Programm „Kunst im öffentlichen Raum“, das 1981 die „Kunst am Bau“ abgelöst hat.

Anhand ausgewählter Beispiele gibt das Seminar einen kursorischen Überblick über diese Entwicklung und beleuchtet dabei die unterschiedlichen Vorstellungen von Öffentlichkeit und öffentlichem Raum ebenso wie den Funktionswandel von Kunst auf öffentlichen Plätzen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Hamburger Programm, den wir im Frühjahr durch Rundgänge weiter vertiefen wollen.

Die Veranstaltung ist für alle Freunde der Kunsthalle offen.

Ulrich Dörrie
Studium der Kunstgeschichte in Berlin (West) und Hamburg. 1981–83 Mitarbeit in der »Buch Handlung Welt«. Gründungsmitglied von Westwerk e.V., seit 2016 auch Mitglied im Vorstand des Fördervereins Westwerk Verstärker e.V. 1987–2011 Galerist (Galerie Dörrie*Priess, mit Holger Priess). Seitdem Lehraufträge und Gastdozenturen zur Berufsorientierung von Studierenden künstlerischer Studiengänge und zum Thema »Kunst im öffentlichen Raum« an Hamburger Hochschulen und der Hochschule Osnabrück, Campus Lingen. Diverse ehrenamtliche Tätigkeiten und kuratorische Projekte, u. a. »dagegen-dabei« (mit Bettina Sefkow), Kunstverein Hamburg 1994–95.

SEMINAR Vom öffentlichen Platz zum öffentlichen Raum. Denkmal – Mahnmal – autonomes Kunstwerk
LEITUNG Ulrich Dörrie, Dr. des. Veronika Schöne
TERMINE an drei Samstagen, am 16., 23. und 30. März 2019, jeweils 14 bis 17.30 Uhr (nicht einzeln
buchbar)
KOSENBEITRAG 96 Euro, Studierende bis 30 Jahre 84 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, dann für die neue Programmsparte ADVANCED. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.