Toggle Menu

Gerhard Richter: 192 Farben (1966)

Dagmar Lott-Reschke, M. A.
30. Juni 2016 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Lauter bunte Karos, 192 Stück, angeordnet nach dem Zufallsprinzip. Mit der Arbeit „192 Farben“ beginnt Gerhard Richter 1966 die Werkreihe der Farbtafeln. Sie sehen aus wie Farbmusterkarten und sind doch handgemalt.

Der Widerspruch zwischen dem Individuellen, Gemalten und dem Industriellen, Gedruckten erzeugt eine Spannung, die mitten hineinführt in den Diskurs über Malerei. Denn Malerei, so wollte es der Westen, ist expressiv und zeugt von der Gefühlslage des Künstlers. Sie ist figurativ und dient der Propaganda. So hielt es der Osten.

Der große Malerphilosoph, der in Ost und West studiert und gearbeitet hat und mit beiden Debatten bestens vertraut war, setzte dagegen auf vollständige Ernüchterung. Er liefert mit seinen Farbrastern buchstäblich die Bausteine der Bilder. Die Zerlegung in Grundelemente kombiniert er mit dem Gesetz der Serie zu einer diagrammatischen Abstraktion, in der theoretisch alle malerischen Möglichkeiten enthalten sind.

Dagmar Lott-Reschke wird uns Richters Werk vorstellen und seine malerische Philosophie und intellektuelle Positionierung zur Kunst seiner Zeit erläutern, die in einem scheinbar so nüchternen Gewand daherkommen.

TREFFPUNKT: GEGENWART Gerhard Richter: 192 Farben (1966)
LEITUNG Dagmar Lott-Reschke
TERMIN Donnerstag, 30. Juni 2016, 19.30 bis 20.30 Uhr
ORT Galerie der Gegenwart, Treffpunkt: Vor dem Shop der Freunde am neuen Eingang
KOSTENBEITRAG kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich, Nicht-Mitglieder zahlen den Eintritt in die Kunsthalle

 Dagmar Lott-Reschke, M. A.
Dagmar Lott-Reschke, M. A.
Dagmar Lott-Reschke ist seit vielen Jahren freie Mitarbeiterin an der Hamburger Kunsthalle. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Klassische Moderne. Sie hat an Ausstellungen mitgewirkt, Katalogbeiträge und Audioguides verfasst und in Führungen und Seminaren ihr Wissen weiter gegeben.