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Sonia Delaunay-Terk: Bildnis Tchouiko (1908)

Treffpunkt: Gegenwart mit Dr. Gabriele Himmelmann
26. April 2018 (19.30 Uhr - 20.30 Uhr)

Die großen Künstlerinnen der Moderne stehen oft im Schatten ihrer Männer. Besonders, wenn sie auch gewebt oder genäht haben, werden sie gerne aufs „Kunsthandwerkliche“ reduziert, dem bis heute den Ruch des „Angewandten“ anhaftet im Gegensatz zur „reinen“, „freien“ Kunst. Sonia Delaunay-Terk ist so ein Fall. Die Frau des französischen Avantgardemalers Robert Delaunay war nicht nur eine großartige bildende Künstlerin, sondern auch eine begnadete Stoff- und Modedesignerin, Bühnenbildnerin und Innenraumgestalterin, die in ihrem Werk nicht zwischen „angewandt“ und „frei“ unterschieden hat.

Ihre Kreationen umspielen den Körper und lösen ihn in Licht und Farbe auf, setzen ihn so in Bewegung und verbinden ihn mit Zeit und Raum – und zwar sowohl imaginiert im Bild als auch real in der Mode. Damit hat sie dem experimentellen Charakter der „Orphismus“ und „Simultanismus“ genannten malerischen Abstraktion von ihr und ihrem Mann Robert Delaunay eine angewandte Basis verliehen, um Kunst und Leben zu verbinden.

In ihrem Frühwerk, zu dem auch das Bildnis des ukrainischen Dichters in der Hamburger Kunsthalle zählt, porträtierte sie vornehmlich Freunde und Bekannte aus ihrem Pariser Umfeld. Inspiriert von den Fauves, Van Gogh und Gauguin, setzt sie Farben und Formen in einer auf die spätere Abstraktion bereits hindeutenden Art ein. Ausgehend von dem Bildnis, wird uns Gabriele Himmelmann den ganzheitlichen Ansatz der vielseitigen Künstlerin vorstellen.

TREFFPUNKT: GEGENWART Sonia Delaunay-Terk: Bildnis Tchouiko (1908)
LEITUNG Dr. Gabriele Himmelmann
TERMIN Donnerstag, 26. April 2018, 19.30 bis 20.30 Uhr
ORT Galerie der Gegenwart, Treffpunkt: vor dem Shop der Freunde am Eingang
KOSTENBEITRAG kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich, Nichtmitglieder zahlen den Eintritt in die Kunsthalle

Dr. Gabriele Himmelmann
Dr. Gabriele Himmelmann
Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften; seit Jahren freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. regelmäßig für die Freunde der Kunsthalle. Außerdem Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte am Institute of Design, der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg sowie an der TU Hamburg-Harburg.