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#2658

Berlin – Irving Penn und Highlights der 10. Berlin Biennale

Tagesfahrt mit Dr. des. Veronika Schöne
30. Juni 2018

„We don’t need another hero“ röhrte Tina Turner Mitte der 1980er. Jetzt ist der Songtitel zur Headline der 10. Berlin Biennale geworden. Doch keine Angst, es wird kein 80er-Revival. Die südafrikanische Kuratorin Gabi Ngcobo möchte damit nur den Abschied von Heldengeschichten markieren, die eigentlich zu nichts führen – außer zu erneuten Verschiebungen von Machtverhältnissen, die weiteren – anderen – HeldInnen einen Auftritt ermöglichen.

Denn, so ihre Überzeugung – wir sind eigentlich alle postkolonial, ob wir es nun zugeben oder nicht. Und: Ngcobo konstatiert eine kollektive Psychose und sucht deshalb andere Formen, sich mit den „anhaltenden Ängsten und Sorgen unserer Zeit“ auseinanderzusetzen als die „standardisierten historischen Narrative“. Diese produzieren nur Missverständnisse und führen zu toxischen Sichtweisen. Widersprüche und Komplikationen will sie stattdessen zulassen, Vielfalt statt Einheit beschwören, auch in den Interpretationen von Geschichte.

Die Berlin Biennale war in den letzten Jahren immer wieder ein Ort dezidiert politischer Auseinandersetzung. Manches war rätselhaft, einiges anstrengend – aber immer erwies es sich als äußerst aufschlussreich, die Schau gesehen und die aktuellen künstlerischen Debatten verfolgt zu haben. Die Welt dreht sich, und wir uns mit ihr. Neue Generationen sind am Start, globale Netzwerke an der Arbeit – und die Berlin Biennale ist eine einzigartige Gelegenheit, diese unter fachkundiger Führung kennen zu lernen – praktisch vor der Haustür.

Nach den Biennale-Highlights gibt es einen wahren Augenschmaus: bei der „Jahrhundertausstellung“ über den „Jahrhundertfotografen“ Irving Penn. Die große Retrospektive anlässlich seines 100. Geburtstages im letzten Jahr zeigt das einzigartige Auge, die enorme Stilsicherheit und die gekonnte Beherrschung verschiedenster künstlerischer Gattungen – vom Porträt über Mode bis hin zu Stillleben und abstrakten Kompositionen – des Amerikaners, der als einflussreichster Fotograf des 20. Jahrhunderts gilt.

ACHTUNG: Wir bieten diese Tagesfahrt ausdrücklich ohne Anreise an, da die meisten von Euch entweder mit der BahnCard günstiger fahren, mit dem eigenen Auto anreisen oder vielleicht den Aufenthalt noch individuell verlängern möchten. Wir bieten aber an, bei der Organisation von Fahrgemeinschaften behilflich zu sein. Eine wirklich günstige und gute Alternative bietet der Flixbus.

TAGESFAHRT Berlin – Irving Penn und Highlights der Berlin Biennale
LEITUNG Veronika Schöne
TERMIN Samstag 30. Juni 2018
KOSTEN 98 Euro inkl. Eintritte und Führungen, Studierende bis 30 Jahre 75 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 15 Euro

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, dann für die neue Programmsparte ADVANCED. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.