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Ian Hamilton Finlay: La patrie n'est pas le sol, elle est la communauté des affections. Die Heimat ist nicht das Land, sie ist die Gemeinschaft der Gefühle (1994-1997)

Kunststück mit Dr. des. Veronika Schöne
10. Oktober 2019 (18.30 Uhr - 19.30 Uhr)

Was ist Heimat? Der Boden, auf dem man geboren ist und lebt? Die kulturellen Gepflogenheiten, die nicht der Scholle entwachsen, sondern dem Geist entspringen und sich überall hin mitnehmen lassen? Eine der Gallionsfiguren der französischen Revolution, Louis Antoine Saint-Just, hat die Heimat in der „Gemeinschaft der Gefühle“ ausgemacht: „La patrie n'est pas le sol, elle est la communauté des affections“ / „Die Heimat ist nicht das Land ­ sie ist die Gemeinschaft der Gefühle“.

Dieser Schriftzug ziert das Plateau zwischen der Galerie der Gegenwart und dem Gründungsbau der Hamburger Kunsthalle und umschreibt ein Quadrat von 30 m Seitenlänge. Es ist eine Arbeit des schottischen Lyrikers und Land Art Künstlers Ian Hamilton Finlay. Doch beschwört Finlay wirklich die alte Allianz von Kunst und Revolution? Und wie kann man das Plateau, worin der Schriftzug eingelassen ist, eigentlich beschreiben? Ist es ein Fundament, ein Platz, ein Sockel? Ist der Schriftzug das Kunstwerk oder das Plateau oder beides zusammen? Gehört es zum Museum oder zum öffentlichen Raum?

Wir wollen uns bei unserem ersten kunststück der markanten Arbeit widmen, die man gleichwohl doch so leicht übersieht. Ihre verschiedenen Aspekte berühren zahlreiche Punkte, die sich zu einem hochkomplexen Geflecht verbinden, das unter seiner augenscheinlichen ästhetischen Schlichtheit wahre Sprengkraft entwickelt.

KUNSTSTÜCK Ian Hamilton Finlay: La patrie n'est pas le sol, elle est la communauté des affections. Die Heimat ist nicht das Land, sie ist die Gemeinschaft der Gefühle
LEITUNG Veronika Schöne
TERMIN 10. Oktober 2019, 18.30 bis 19.30 Uhr (ebenfalls 08. Oktober 2019, 15.30 bis 16.30 Uhr)
ORT Galerie der Gegenwart
TREFFPUNKT vor dem Museumsshop der Freunde
KOSTENBEITRAG 5 Euro, keine Anmeldung erforderlich, Nichtmitglieder zahlen zusätzlich den Eintritt in die Kunsthalle

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, ADVANCED und seit August 2019 für die neue Programmsparte @ART. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.