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Sammlung satt! – „130% Sprengel“ im Sprengel Museum und „Stellung nehmen“ in der Kestner-Gesellschaft

Tagesfahrt mit Dr. des. Veronika Schöne
11. Juni 2016 - 11. Juni 2016
ausgebucht

Das Sprengel Museum Hannover öffnet nach dem Umbau wieder seine Pforten und breitet seine wunderbaren Schätze in voller Pracht aus: Unter dem Titel „130% Sprengel“ zeigt es im ganzen Haus auf rund 7000 qm mehr als 1500 Werke, die die gesamte Kunstgeschichte der Moderne von ihren Anfängen um 1900 bis in die Gegenwart abdecken.

Es war die Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 in München, die Bernhard und Margrit Sprengel zum Aufbau einer Sammlung des damals als „Verfallskunst“ verfemten deutschen Expressionismus bewog. Noch in München kauften sie die ersten beiden Aquarelle von Emil Nolde. Bis 1945 umfasste die Sammlung bereits rund 600 Werke von Nolde, Ernst Barlach, Lovis Corinth, Lyonel Feininger, Ernst Heckel, Karl Hofer, Käthe Kollwitz, Wilhelm Lehmbruck, August Macke, Franz Marc, Christian Rohlfs und Karl Schmidt-Rottluff, die Sprengel wirksam vor der Beschlagnahmung durch die Nazis schützte.

Schon sein Vater hatte eine Gemäldesammlung zusammengetragen und 1916 gemeinsam mit anderen kunstsinnigen Hannoveranern die Kestnergesellschaft gegründet. Auch das war ein Akt des Aufbegehrens – gegen den damals reaktionären Kunstverein. Und als die Nationalsozalisten 1936 die Entlassung des jüdischen Direktors Justus Bier forderten, nahm der Verein lieber seine Schließung in Kauf als zu kollaborieren. „Stellung nehmen“ heißt deshalb die Jubiläumsausstellung zum 100-jährigen Bestehen der Kestner-Gesellschaft mit kontroversen Werken, die den Betrachter dazu herausfordern, Position zu beziehen.

Gleich zwei Gründe also, nach Hannover zu fahren. Zumal das Sprengel Museum seit 2014 auch einen neuen Direktor hat: Dr. Reinhard Spieler wird uns durch die Schatzkammern de Museums führen, uns den Erweiterungsbau zeigen und von seinen Plänen berichten. Anschließend empfängt uns in der Kestner-Gesellschaft die langjährige Geschäftsführerin Mairi Kroll und erzählt uns von der bewegten Geschichte des streitbaren Vereins, bevor wir mit einer Kuratorenführung den Tag beschließen.

LEITUNG Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Samstag, 11. Juni 2016
KOSTENBEITRAG 92 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse ab/an Hamburg, Taxifahrt in Hannover, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, ADVANCED und seit August 2019 für die neue Programmsparte @ART. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.