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#3137

Von der Siedlung zur Magistrale. Wohnungsbau im Spiegel der Zeit. Teil I: „Neues Bauen“ in Altona

Architekturrundgang mit Dipl.-Ing. Sabine Kock
04. April 2020 (15.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht

„Gutes Wohnen“ bedeutet eine besondere politische und bauliche Verantwortung. In den letzten 130 Jahren war das Wohnen eine der maßgeblichen Triebfedern neuer baulicher Zielsetzungen für wachsende Städte. Wie also wollen wir wohnen? Oder sollte es nicht besser heißen: Wie sollen wir wohnen? Wohnen war und ist eine soziale Aufgabe. Vier Beispiele einer gesellschaftspolitischen und städtebaulichen Geschichte vom 20. bis zum 21. Jahrhundert sollen zur Diskussion und Neubewertung anregen.

Der erste Rundgang führt uns zurück in die 1920er-Jahre, als der Glaube an „gesunde Menschen“ durch „gesunde Wohnungen“ zu einer entscheidenden Triebfeder des „Neuen Bauens“ wurde. Mit den Zeilenbauten in der Bunsenstraße schuf der Altonaer Architekt und Bausenator Gustav Oelsner seinerzeit einen Reformwohnungsbau, dessen Struktur einen Gegenentwurf zu den eng bebauten Mietshausvierteln der gründerzeitlichen Großstädte darstellte. Schmucklose gelbe Steinfassaden und Grünstreifen künden noch heute von einer neuen Vorstellung des Planers über die in ihr lebenden Bewohner. Auch der Architekt Friedrich Ostermeyer nutzte die sich wandelnden Gestaltungsprinzipien, um sozialhygienische Forderungen in qualitativen Wohnraum für Minderbemittelte zu übersetzen. Mit dem Friedrich-Ebert-Hof entstand eine neuartige großstädtische Wohnsiedlung, die den Bewohnern nicht nur funktionale Grundrisse, sondern auch Gemeinschaftseinrichtungen bot, die das alltägliche Leben grundlegend erleichterten.

Stadtgrundriss und Gebäude erzählen viel von der Idee einer sozialen Reform durch Wohnungsbau. Unser Rundgang schafft Raum für Gedanken über ihre heutige Bedeutung.

LEITUNG Dipl.-Ing. Sabine Kock
TERMINE Samstag, 4. April 2020, 15 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro, Studierende bis 30 Jahre 15 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dipl.-Ing. Sabine Kock
Dipl.-Ing. Sabine Kock
Studium der Architektur; freiberufliche Tätigkeit als Dipl.-Ing. Architektur; Veranstaltungsangebote zur Architektur und zum Städtebau für die Freunde der Kunsthalle e. V. und die Hamburgische Architektenkammer; langjährige Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Studiendekanin an der AMD Akademie Mode & Design, Fachbereich Design der Hochschule Fresenius in Hamburg. Mitglied des Kuratoriums der internationalen Künstlerinnenstiftung „Die Höge“; seit März 2019 Co-Leiterin des Hamburgischen Architekturarchivs.