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Von der Siedlung zur Magistrale. Wohnungsbau im Spiegel der Zeit. Teil II: Die „Gartenstadt Hohnerkamp“ in Bramfeld

Architekturrundgang mit Dipl.-Ing. Sabine Kock
17. Mai 2020 (15.00 Uhr - 17.00 Uhr)
abgesagt

„Gutes Wohnen“ bedeutet eine besondere politische und bauliche Verantwortung. In den letzten 130 Jahren war das Wohnen eine der maßgeblichen Triebfedern neuer baulicher Zielsetzungen für wachsende Städte. Wie also wollen wir wohnen? Oder sollte es nicht besser heißen: Wie sollen wir wohnen? Vier Beispiele einer gesellschaftspolitischen und städtebaulichen Geschichte vom 20. bis zum 21. Jahrhundert sollen zur Diskussion und Neubewertung anregen.

Nach den Kriegszerstörungen besaß auch in Hamburg die Lösung der Wohnraumfrage oberste Priorität in den Diskussionen des Wiederaufbaus nach 1945. In der Kontinuität sozialreformerischer Vorstellungen entwickelte sich das Leitbild der „Durchgrünung“ und „Auflockerung“ der Stadt. „Gesundung“ und „Organisches Wachstum“ wurden die Schlagworte einer Zivilisationskritik, die sich immer noch gegen die menschenunwürdige Verstädterung des 19. Jahrhunderts richtete.

Den theoretischen Überbau für die Neubauplanungen lieferten vor allem die Publikationen des Architekten und Stadtplaners Hans Bernhard Reichow (1899–1974). Erstmalig konnte er seine „Organische Stadtbaukunst“ im großen Maßstab in der Modellsiedlung der „Gartenstadt Hohnerkamp“ 1953-55 in Hamburg-Bramfeld gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Gustav Lüttge umsetzen. Auf unserem zweiten Rundgang wollen wir erkunden, ob das „Organische“ der Wegeführungen und baulichen Nachbarschaften noch zu spüren ist und wie wir die minimalistischen Wohnungsgrößen heute bewerten. Wie denken wir über die Idee von Besonnungsvorteilen und grünen Gemeinschaftsräumen gegenüber einer Kritik an fehlender Urbanität? Die Siedlung Hohnerkamp knüpft an den Reformwohnungsbau der 1920er-Jahre an; auf unserem Rundgang werden wir dessen Weiterentwicklung in Zeiten des Wirtschaftswunders verfolgen.

LEITUNG Dipl.-Ing. Sabine Kock
TERMIN Sonntag, 17. Mai 2020, 15 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro, Studierende bis 30 Jahre 15 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dipl.-Ing. Sabine Kock
Dipl.-Ing. Sabine Kock
Studium der Architektur; freiberufliche Tätigkeit als Dipl.-Ing. Architektur; Veranstaltungsangebote zur Architektur und zum Städtebau für die Freunde der Kunsthalle e. V. und die Hamburgische Architektenkammer; langjährige Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Studiendekanin an der AMD Akademie Mode & Design, Fachbereich Design der Hochschule Fresenius in Hamburg. Mitglied des Kuratoriums der internationalen Künstlerinnenstiftung „Die Höge“; seit März 2019 Co-Leiterin des Hamburgischen Architekturarchivs.