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Brahms-Verehrung in Hamburg: Von Max Klinger zum KomponistenQuartier

Seminar und Exkursion mit Dr. Anna Seidel
18. Januar 2019 (14.00 Uhr - 17.30 Uhr)
ausgebucht

„Wenn ich sie betrachte, ist mir, als klinge die Musik unendlich weiter und als drücke sie alles aus, was ich sagen wollte, nur ist es hier klarer und doch immer noch geheimnisvoll.“ Voller Enthusiasmus kommentierte Johannes Brahms (1833–1897) die Entwürfe zu seinen Liedern und Chorwerken, die der fast ein Vierteljahrhundert jüngere Leipziger Künstler Max Klinger (1857–1920) 1894 unter dem Titel „Brahms-Phantasie“ veröffentlichen sollte.

Einundvierzig teils farbige Stiche, Radierungen und Lithographien begleiten darin ausgewählte Partituren von Brahms, darunter das berühmte „Schicksalslied“ op. 54. Das Werk ist mehr als eine Hommage an den verehrten Komponisten – es ist ein komplexes Gesamtkunstwerk, das nicht nur Schicksalsfragen des modernen Menschen mithilfe klassischer Mythen verhandelt, sondern auch das Verhältnis von Bild und Musik reflektiert. Noch im Jahr seines Erscheinens gelangte der Band in die Hamburger Kunsthalle. Klinger hatte in dem Museumsdirektor Alfred Lichtwark einen besonderen Bewunderer. Den Traum einer umfassenden Klinger-Sammlung konnte Lichtwark nicht umsetzen, doch vermittelte er Klinger den Auftrag für das große Brahms-Denkmal in der Laeiszhalle. Für uns bilden Klingers Brahms-Radierungen den Ausgangspunkt für einen Parcours, der sich der Verehrung des Komponisten in seiner Geburtsstadt widmet.

Nach dem eingehenden Studium der Graphiken im Kupferstichkabinett der Kunsthalle besuchen wir das KomponistenQuartier, wo das Andenken Brahms’ bis heute gepflegt wird. Im Brahms-Museum erwartet uns unter anderem ein marmornes Komponisten-Bildnis, das die Bildhauerin Ilse Twardowski-Conrat (1880–1942) schuf: Wie Klinger war sie mit Brahms persönlich bekannt und setzte verschiedene Porträts des Musikers um, darunter dessen Grabmal in Wien.

LEITUNG Dr. Anna Seidel
TERMIN Freitag, 18. Januar 2019, 14 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 35 Euro inkl. Eintritt ins KomponistenQuartier sowie Kaffee und Kuchen, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt in die Hamburger Kunsthalle)
Anmeldung erforderlich

Dr. Anna Seidel
Dr. Anna Seidel
Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Italianistik in Göttingen, Perugia und Berlin. 2007 bis 2009 Forschungsstipendiatin an der Bibliotheca Hertziana in Rom und am Warburg Institute in London. Anschließend Volontariat am Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, Lehre an Kunsthochschulen und Universitäten in Weimar, Braunschweig und Hamburg, Wissenschaftliche Mitarbeit an der Hamburger Kunsthalle, zurzeit Wissenschaftliche Mitarbeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.