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Haus Michaelsen / Puppenmuseum Falkenstein: Dörte Helm – vor dem Vergessen bewahren

Exkursion mit Dr. Rüdiger Joppien
14. Mai 2020 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)
abgesagt

Im Bauhausjahr 2019 wurde sie erstmals einem größeren Publikum bekannt: als Hauptfigur in dem ZDF-Sechsteiler „Die neue Zeit“, in dem ihr unter anderem eine – historisch nicht belegte – Liebesbeziehung mit dem Bauhaus-Direktor Walter Gropius angedichtet wird. Als Künstlerin bleibt Dörte Helm (1898–1941) gleichwohl noch zu entdecken.

Eine exquisite Ausstellung im Landhaus Michaelsen bietet dazu jetzt Gelegenheit. Zu sehen sind Blätter aus den Jahren 1915/16, vor allem jedoch Arbeiten aus ihrer Studienzeit am Bauhaus in Weimar von 1919 bis 1924. Aufgewachsen in Rostock, erlebte Dörte Helm hier ihre künstlerische Initiation. Deutlich lässt sich etwa in den Kompositionen, Bewegungs- und Kontraststudien die Programmatik von Ittens, Feiningers und Schlemmers Vorkursen erkennen. Noch vor dem Umzug des Bauhauses nach Dessau 1925 kehrte die Künstlerin nach Rostock zurück – auch aus dieser Zeit sind einige Werke im Stil der Neuen Sachlichkeit in der Ausstellung vertreten. 1932 folgte Dörte Helm ihrem Ehemann Heinrich Heise nach Hamburg, wo sie 1941 an den Folgen einer verschleppten Erkältung starb.

Das Haus Michaelsen, hoch über dem Falkensteiner Elbufer gelegen, bietet für die Wiederentdeckung der Kunst von Dörte Helm den idealen Rahmen. Die weiße Villa mit ihren kubischen, collageartig zusammengesetzten Grundformen, von Karl Schneider (1892–1945) 1923 für das Ehepaar Michaelsen errichtet, zählt zu den Inkunabeln des „Neuen Bauens“. Bereits 1925 würdigte Walter Gropius das Haus Michaelsen im Bauhausbuch Nr.1 über „Internationale Architektur“. Nachdem das Gebäude Ende der 1970er-Jahre kurz vor dem Verfall stand, wurde es von der Galeristin Elke Dröscher auf eigene Kosten renoviert und ist seit 1986 wieder als herausragendes Zeugnis der Architektur der 1920er-Jahre erlebbar.

LEITUNG Dr. Rüdiger Joppien
TERMIN Donnerstag, 14. Mai 2020, 16 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro inkl. Eintritt, Studierende bis 30 Jahre 15 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. Rüdiger Joppien
Dr. Rüdiger Joppien
von 1987 bis 2011 Leiter der Abteilung Jugendstil und Moderne am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Seit 2009 Honorarprofessor am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg.