Toggle Menu

Rolf Nesch: „Auf Wiedersehen, Hamburg“ – die neue Ausstellung im Bargheer-Museum im Jenisch Park

Führung mit Dorith Will, M. A.
23. Februar 2019 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)
Wir bieten diese Führung alternativ auch um 13.30 Uhr an.

„Brücken sind Technik, man muss ihnen daher mit Technik auf den Leib rücken“ – so äußerte sich Rolf Nesch (1893–1975), als er mit seinem Radierzyklus „Hamburger Brücken“ 1932 zugleich Neues und „Urhamburgisches“ in unkonventioneller Weise schuf.

Gebürtig aus Esslingen am Neckar, kam Nesch nach künstlerischer Ausbildung in Stuttgart und Dresden, Kriegsdienst, Besuch bei Kirchner in Davos und kurzem Berlin-Aufenthalt schließlich nach Hamburg und wurde Mitglied der Hamburgischen Sezession. In seinen vier Hamburger Jahren (1929 bis 1933) hatte er erstmals künstlerischen Erfolg und entwickelte sein graphisches Œuvre in fruchtbarer Zusammenarbeit mit den Sezessionskünstlern und im Dialog mit dem Graphikkenner Gustav Schiefler. Sammler und Museen förderten und unterstützten ihn; 1931 entstand im Senatsauftrag die Radierfolge „Karl Muck und sein Orchester“ anlässlich des 70. Geburtstags des Dirigenten. Es folgte die „St. Pauli“-Serie, bei der er erstmalig die Druckplatten durchzuätzen begann und die nichtdruckenden Partien als bewusstes Stilmittel einsetzte. In Folge experimentierte Nesch mit unterschiedlichen Materialien, die er auf die Druckplatten montierte: Drähte, Gitter, Schablonen erzeugten im Materialdruck Reliefcharakter auf den Blättern.

Die Ausstellung im Bargheer-Museum bietet mit rund 45 Arbeiten, Druckplatten und Schablonen einen repräsentativen Überblick von den 1930er-Jahren bis zum Spätwerk des Ausnahmegraphikers – dazu historische Fotos und Dokumente, unter anderem zur Anhörung im sogenannten „Fall Nesch“ 1934 im Hamburger Rathaus, einberufen vom NS-Bürgermeister Krogmann, an der auch Eduard Bargheer teilnahm. Rolf Nesch selbst war bereits 1933 nach der Auflösung der Hamburgischen Sezession ins Exil nach Norwegen gegangen: „Ein Land, das einen Munch hat, muss gut sein … dachte ich.“

FÜHRUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Samstag, 23. Februar 2019, 16 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro inkl. Eintritt ins Bargheer-Museum, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.