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Thomas Gainsborough. Die moderne Landschaft. Seminar zur Ausstellung

Kuratiorenseminar mit Josephine Karg, M. A. und Dr. Katharina Hoins
06. April 2018 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 12.4.2018 an.

Im Frühjahr 2018 widmet die Hamburger Kunsthalle dem englischen Künstler Thomas Gainsborough (1727–1788) erstmals in Deutschland eine große Ausstellung und zeigt ihn als Wegbereiter der „modernen“ Landschaftsmalerei. Das Projekt knüpft an eine lange Tradition von Präsentationen zu den künstlerischen Umbrüchen um 1800 an, in denen besonders die englische Kunst der Zeit als Laboratorium der Moderne verstanden wurde.

Während Gainsborough von den Zeitgenossen vor allem als Porträtmaler geschätzt wurde, zog er selbst seine Landschaften den Porträts vor. In ihnen werden Widersprüche fassbar, die England grundlegend verändern sollten – sozial, technisch und künstlerisch. Gainsborough nutzte die Landschaftsmalerei als Experimentierfeld unterschiedlichster Medien und Techniken; er malte Bilder auf Glas und kombinierte Naturmaterialien zu Landschaftsmodellen. Schrittweise gelangte er zu einer für damalige Verhältnisse unerhörten malerischen Freiheit, die verständlich macht, warum seine Wiederentdeckung zur Zeit des Impressionismus begann.

Zugleich spiegeln viele seiner Werke die sozialen Umbrüche der Zeit, die radikale Modernisierung und industrielle Überformung der Landschaft. In mehrfacher Hinsicht trug Gainsborough so maßgeblich dazu bei, England als Zentrum der europäischen Landschaftsmalerei zu etablieren.

Die Ausstellung zeigt etwa 80 Werke, darunter Ikonen der englischen Kunst wie „Mr. und Mrs. Andrews“ (um 1750) und „Die Tränke“ („The Watering Place“, vor 1777). Katharina Hoins und Josephine Karg, die die Ausstellung gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr erarbeitet haben, stellen das Projekt ausführlich vor und verorten die Landschaftsmalerei Thomas Gainsboroughs im Kontext ihrer Zeit. Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Ausstellung statt.

LEITUNG Dr. Katharina Hoins, Josephine Karg, M. A.
TERMIN Freitag, 6. April 2018, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 24 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Katharina Hoins
Dr. Katharina Hoins
Studium der Kunstgeschichte, Journalistik und Neueren Geschichte in Hamburg und Wien, Promotion über Medien als Material der Kunst. Berufliche Stationen u. a. Bucerius Kunst Forum, Hamburg, und Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Von 2015 bis 2017 Wissenschaftliche Koordinatorin am Warburg-Haus, Hamburg; seit Juni 2017 Assistentin des Direktors an der Hamburger Kunsthalle.
Josephine Karg
Studium der Kunstgeschichte und Slavistik in Dresden, St. Petersburg und Moskau bis 2011, Doktorarbeit zu Malerei und Kunsthandwerk im Zarenreich und Galizien zwischen 1880 und 1910 am Beispiel von Michail Vrubel‘ und Stanisław Wyspiański, gefördert durch ein Stipendium des International Graduate Centre for the Study of Culture der Justus-Liebig-Universität Gießen (2012–2016). Berufliche Stationen u. a.: Freie Mitarbeit im Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2009–2011). Seit August 2017 Wissenschaftliches Volontariat an der Hamburger Kunsthalle.