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Die Katastrophe als Katalysator. Anti-Kunst in der Moderne

Seminar und Workshop mit Nana Kintz, M. A. und Christian F. Kintz
29. September 2018 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)

So malten wir überall, wie Milton,
das verlorene Paradies feuriger
als das wiedergewonnene,
die Hölle, wie Dante,
besser als den Himmel.
(Jean Paul)

Katastrophen – natürliche wie menschengemachte – haben vor allem in der Kunst der Moderne immer wieder als Katalysatoren gewirkt. War es im 18. Jahrhundert der Topos des „Erhabenen“, der zuvor Undarstellbares plötzlich bild- und sprachwürdig erscheinen ließ, so machte sich das 19. Jahrhundert auf den Weg zu einer – so der Titel des 1853 erschienenen Buches des Hegel-Schülers Karl Rosenkranz – „Ästhetik des Hässlichen“.

Die Katastrophe des Ersten Weltkriegs bereitete schließlich einer regelrechten Anti-Kunst den Weg. Künstler wie die Dadaisten und späteren Surrealisten zielten darauf ab, die Traditionen der Kunst radikal zu hinterfragen. Durch Grenzüberschreitungen, Tabubrüche, eine Rhetorik der Gewalt und subversive Bildfindungen versuchten die jungen Avantgardekünstler, die akademische Kunstwelt und das bürgerliche Publikum zu schockieren, aufzurütteln und zu etwas Neuem zu führen.

Im Seminar erarbeiten wir uns zunächst in einem theoretischen Teil den Weg der Anti-Kunst bis in diese – gerade in der Zerstörung so fruchtbare – Umbruchzeit der Moderne und sprechen über die Katastrophe als Motor für künstlerisch-antikünstlerische Impulse. Ganz im Sinne der dadaistischen „Bild-Störung“ zeichnen wir begleitend „katastrophale“ „Cadavres Exquis“, bevor wir in der Ausstellung „Entfesselte Natur. Das Bild der Katastrophe seit 1600“ über die Originale sprechen.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sonderausstellung statt.

LEITUNG Nana Kintz, M. A., Christian F. Kintz
TERMIN Samstag, 29. September 2018, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 32 Euro inkl. Materialkosten, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Christian F. Kintz
Studium der freien Kunst an der Freien Akademie für Bildende Kunst in Freiburg und der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Hamburger Arbeitsstipendium / Hubertus Wald Stipendium. Vertreten in Sammlungen wie Museum gegenstandsfreier Kunst Otterndorf, Haus Konstruktiv Zürich, Ege Kunst- und Kulturstiftung Freiburg. Der zentrale Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt auf Farbe als Inhalt und Material.
Nana Kintz
Studium der Kunstgeschichte, Romanistik und Volkskunde in Marburg, Ferrara und Hamburg. 2017 Dissertation an der Universität Hamburg über Religion und Kirche im Pariser Dadaismus und Surrealismus. 2015–2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Deichtorhallen Hamburg. Seitdem auf kulturpolitischer und praktischer Ebene in der Kulturellen Bildung tätig.