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#2715

Die Küste. Bilder von Wohlstand, Katastrophe und Freizeitvergnügen zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert

Seminar mit Dr. Alice Gudera
16. August 2018 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 23.8. und 1.9.2018 an.

Bilder der Küste entwickelten sich erstmals in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Sujet. Als Teil der Marinemalerei spiegelten sie die Handels- und Seefahrernation der Vereinigten Niederlande, waren Zeugnis vom technischen Know-how im Schiffbau sowie in der Kriegsführung und bezeugten die wirtschaftliche Prosperität des Landes. Wiederholt demonstrieren die Szenen, wie sehr man den Schrecken des Meeres, der Bedrohung durch Angriff und Unwetter aus eigener Kraft widerstand.

Im fortgeschrittenen 17. Jahrhundert widmete sich ein Teil der Maler ausschließlich der stimmungsvollen Erfassung der Szenerie am Meer. Bereits zu Beginn des Jahrhunderts bereichern außerdem bisweilen Küstenbesucher – zumeist wohlhabende Städter – die Schauplätze. Im französischen 18. Jahrhundert machten die „erhabenen“ Schreckensszenarien eines Claude-Joseph Vernet Geschichte. Es sollte indes noch dauern, bis sich der Übergang von Land zu Wasser auch als Ort der Erholung und des Freizeitvergnügens entwickelte. Diese neue Sicht auf Küste und Strand mit heilsamer Brise und wohltuendem Naturschauspiel nahm ihren Anfang in den englischen Seebädern und gelangte schließlich im 19. Jahrhundert auch nach Frankreich. Auf die ersten Freiluftmaler folgten Künstler wie Eugène Boudin und sein Schüler Claude Monet; sie malten die Pariser Bourgeosie bei der Sommerfrische in der Normandie.

Daneben blieb freilich auch die Katastrophe ein beliebtes Thema jener Künstler, die im Pariser Salon Erfolg suchten: literarisch bzw. mythologisch geprägt wie bei Eugène Delacroix, zeitgeschichtlich motiviert wie bei Théodore Gericault oder mit Blick auf die immerwährende Gewalt des Meeres wie bei Eugène Isabey.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Ausstellung „Entfesselte Natur“ statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Donnerstag, 16. August 2018, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).