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#2754

Aus nächster Nähe so fern. Die Kunst der Naturstudie von der Renaissance bis heute

Seminar mit Dr. Alice Gudera
13. Dezember 2018 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 19.12.2018 an.

Unser Augenmerk liegt in dieser Veranstaltung auf den stets faszinierend gemalten, gezeichneten oder fotografierten Naturstudien, die Künstler seit mehr als 500 Jahren zum Ausgangspunkt oder gar Ziel ihrer Kunst erklärt haben. Die Arbeiten Heinrich Reinholds (1788–1825), die Anlass unseres Seminars sind, lassen uns vor den Originalen immer wieder vor- und zurücktreten, so sehr ziehen die Feder-, Bleistift- und Ölstudien in feinster Ausführung oder skizzenhafter Eindringlichkeit den Blick an, lassen uns auf das Künstlerische im Detail und dann wieder auf die Gesamtwirkung schauen. Für die Geschichte der Ölstudie nimmt Reinhold in Deutschland gar eine Pionierstellung ein, schon zu seinen Lebzeiten waren sie begehrt und in ihrer Eigenständigkeit anerkannt.

Naturstudien fokussieren ein Tier oder eine Pflanze und regen ein konzentriertes Betrachten, ein genaues Hinschauen an. Neben isolierten Darstellungen einer einzelnen Spezies können auch kleinste, nahansichtige Landschaftsausschnitte als Naturstudien gelten. Sie wirken häufig ausgesprochen wirklichkeitsnah. Daneben entwickelt sich die Naturstudie mit ungewöhnlichen Bildausschnitten und in skizzenhafter Manier zum Experimentierfeld für künstlerische Ausdrucksformen. Über die Jahrhunderte lassen sich daher unterschiedliche Funktionen unterscheiden – im Kontext ihrer Entstehungszeit wie auch im Gesamtwerk eines Künstlers. Dienten Naturstudien anfänglich in erster Linie zur Vorbereitung größerer Arbeiten, konnten sie im Laufe der Jahrhunderte zusehends den Rang eines vollendeten Kunstwerks beanspruchen. Unser Bogen reicht von den Arbeiten Albrecht Dürers (1471–1528) bis zu den „Blättern“ Manfred Holtfrerichs (geb. 1948).

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Ausstellung „Heinrich Reinhold. Der Landschaft auf der Spur“ statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Donnerstag, 13. Dezember 2018, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).