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Das Material der Kunst. Teil I: Licht – zwischen Propaganda und Heilsversprechen

Seminarreihe mit Dr. Alice Gudera und Florian Britsch, M. A.
19. Januar 2019 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 22.1. und 21.3.2019 an.

Jahrhundertelang war für die Realisierung von Kunstwerken nur ein begrenztes Spektrum von Materialien zuständig. Sei es Stein, Bronze oder Holz: Dem Ewigkeitsanspruch der Kunst entsprach die Dauerhaftigkeit des Werkstoffs. Mit wenigen Ausnahmen gewannen erst mit der Moderne auch veränderliche, instabile oder amorphe Materialien programmatische Bedeutung. Vom Gips über die seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlichen synthetischen Werkstoffe, die Industrie- und Alltagsmaterialien, Erde und Abfall bis hin zum menschlichen Körper: Nahezu alles konnte im Laufe der Zeit zum Material der Kunst werden. Im Anschluss an die Kunst- und Kulturgeschichte der Farben beschäftigen wir uns daher in unserer neuen Reihe mit der Geschichte und Verwendung, aber auch mit der sich wandelnden Bedeutung der Materialien.

Den Anfang macht das Licht: Symbolisch seit jeher mit dem Göttlichen bzw. der Schöpfung verbunden, diente es im Bild seit Caravaggio und Rembrandt zur dramatischen Inszenierung und inhaltlichen Aufladung der Sujets. Mit der Entgrenzung der Künste im 20. Jahrhundert stieg das vermeintlich immaterielle und ephemere Licht schließlich selbst zum Material künstlerischer Gestaltung auf: Der „Licht-Raum-Modulator“ von László Moholy-Nagy, die Installationen der Gruppe ZERO, Dan Flavins minimalistische Lichtskulpturen, Bruce Naumans grell blinkende Neonzeichen oder die Erfahrungsräume James Turrells markieren Stationen einer Faszinationsgeschichte, die bis heute anhält. Doch auch Unterhaltungsindustrie und Werbung nutzten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die inszenatorischen Möglichkeiten des Lichts, ebenso wie – zu propagandistischen Zwecken – Hitlers ‚Hofarchitekt’ Albert Speer mit seinen megalomanen „Lichtdomen“.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Samstag, 19. Januar 2019, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.
Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).