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#2900

„Aufrichtig muss das Kunstwerk sein“: Marianne Werefkin und Käthe Kollwitz, zwei Künstlerinnen in schwierigen Zeiten

Seminar mit Dr. Katrin Schmersahl
05. Mai 2019 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)

„Die Kunst der Zukunft ist die emotionale Kunst“: Dieses Diktum von Marianne Werefkin hätte wohl auch Käthe Kollwitz unterschrieben. Dennoch repräsentieren beide ganz unterschiedliche Wege von Künstlerinnen in der Moderne.

Die aus dem zaristischen Russland stammende Marianne Werefkin (1860–1938) steht bis heute im Schatten von Malern wie Wassily Kandinsky und Franz Marc, obwohl sie mit ihren theoretischen Überlegungen ebenso wie mit ihren ausdrucksstarken Bildern unbestreitbar zu den wichtigsten Wegbereitern des Expressionismus gehört. Als Schülerin des berühmten Ilja Repin feierte die Malerin in Russland frühe Erfolge, bevor sie Alexej Jawlensky kennenlernte. Mit ihm ging die reiche Russin nach München. Um ihn zu protegieren, gab sie zweitweise selbst die Malerei auf. In ihrem Salon ebenso wie in Murnau wurde Blaue-Reiter-Geschichte geschrieben. Später malt sie in Ascona Bilder von ungemeiner Leuchtkraft, die sich zwar am realen Leben orientieren, doch immer auch symbolisch aufgeladen sind.

„Die Farbe beißt mich ans Herz“: Mit diesem Satz umschrieb Werefkin pointiert die Bedeutung der Farbe für ihr Werk. Käthe Kollwitz (1867–1945) arbeitete dagegen mit Licht und Schatten. Wie kaum eine andere Künstlerin hat sie dem menschlichen Leiden eine überzeugende ästhetische Form verliehen. Schon Gerhart Hauptmann hat indes darauf hingewiesen, dass Kollwitz’ Leben im Gegensatz zu ihrem Werk nicht schwarz-weiß, sondern höchst farbig gewesen sei. In der Tat: Mit allen Brüchen, Utopien, Verheißungen und Katastrophen spiegelt sich in ihm ein dramatisches Stück Zeitgeschichte. Gleichzeitig hat Käthe Kollwitz mit ihrer Kunst und ihrem politischen Engagement auch selbst Einfluss auf die Geschichte genommen.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Katrin Schmersahl
TERMIN Termin Sonntag, 5. Mai 2019, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Katrin Schmersahl
Dr. Katrin Schmersahl
Studium der Geschichte und Literaturwissenschaft in Tübingen und Hamburg, promovierte Historikerin. Teilnahme am Forschungsprojekt „Geschlechtergeschichte der Politik“; wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg. Seit Jahren in der Erwachsenenbildung engagiert und begeisterte „Elbläuferin“ und Parkführerin (www.elbblicke.de). Jüngste Veröffentlichungen u. a.: „Hamburger Elbblicke. Die Geschichte der Parks, Landhäuser und Familien entlang der Elbchaussee“ sowie gemeinsam mit Jürgen Weber „Spaziergänge am Elbufer und durch die Parks“ (beide 2012).