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Henry van de Velde – Vom Jugendstil zum Bauhaus

Seminar mit Dr. Alice Gudera
14. Juni 2019 (11.00 Uhr - 15.30 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 2.7., 9.7. + 11.7. an.

Der aus Antwerpen stammende Henry van de Velde (1863–1957) gehört zu den wichtigsten Künstlern des Jugendstils und bereitete zugleich den Weg für das Bauhaus in Weimar. Mit seinen Entwürfen trug er maßgeblich zur Revolution gegen den historisierenden Geschmack des ausgehenden 19. Jahrhunderts bei.

Van de Velde begann seine Karriere als Maler, war Mitglied der legendären Gruppe „Le Vingt“ und kam unter dem Einfluss der englischen Arts and Crafts-Bewegung mit ihrer Rückbesinnung auf handwerkliche Fähigkeiten und Materialgerechtigkeit zu Architektur und Inneneinrichtung. Im Jahr 1900 zog er nach Berlin, zwei Jahre später nach Weimar. Aus der dort 1903 von ihm mitbegründeten Kunstgewerbeschule, die er ab 1907 auch leitete, sollte nach der Zusammenlegung mit der Kunsthochschule 1919 unter der Führung von Walter Gropius das Bauhaus hervorgehen. Bereits van de Veldes Ziel war eine Aufhebung der Trennung von Kunst und Handwerk, ein „Gesamtkunstwerk, welches in der Architektur gipfelt“. Gropius’ im Bauhaus-Manifest formulierte Vision einer Vereinigung der Künste zum „Bau der Zukunft“ konnte hier nahtlos anschließen.

Van de Velde hatte schon vor der Jahrhundertwende Kontakt zu den wegweisenden Persönlichkeiten, die der Moderne die Türen öffneten: dem Sammler und Kunsthändler Siegfried Bing, dem Kunstschriftsteller Julius Meier-Gräfe und vor allem zu Karl Ernst Osthaus, dessen berühmtes Folkwang-Museum er in Hagen gestaltete. Harry Graf Kessler brachte ihn schließlich nach Weimar, wo noch heute das Nietzsche-Archiv, das Wohnhaus van de Veldes und die ehemalige Kunstgewerbewerbeschule Zeugnis von der neuartigen Gestaltungsidee des Belgiers ablegen.

Unser Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie im Museum für Kunst und Gewerbe statt, wo wir etliche Entwürfe van de Veldes im Original studieren können.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Freitag, 14. Juni 2019, 11 bis 15.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 32 Euro inkl. Eintritt ins Museum für Kunst und Gewerbe, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).