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Luxus und Armut in der Kunst – von Ruisdael bis Kounellis

Seminar mit Claudia Rasztar, M. A.
22. Februar 2020 (11.00 Uhr - 14.00 Uhr)

Ärmliche Hütten, niedrige Katen, schwer arbeitende Bauern: Viele Werke in der Sammlung der Hamburger Kunsthalle zeigen Armut, Mangel und Entbehrung. Mit der Armut ließen sich indes auch religiöse Werte transportieren – etwa das Ideal der Askese – oder philosophische Dimensionen, wenn beispielsweise bewusst abweichende Denker in zerschlissenen Umhängen dargestellt wurden, um ihre Vergeistigung zu betonen. Andererseits sehen wir stolze Bauten, entspanntes Flanieren bei schönster Wetterlage und prächtige Kleider, die den Status ihrer wohlhabenden Träger zum Ausdruck bringen.

Lange Zeit galt die Herkunft als göttliche Fügung, die keinen Widerspruch duldete. Auch im Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei hatte jeder Mensch zumeist auch in der Kunst seinen ihm zugewiesenen Platz einzunehmen. Erst mit dem späten 19. Jahrhundert erlangte der Gedanke der Gerechtigkeit an Bedeutung und die arbeitende Bevölkerung wurde nun für bildwürdig erachtet. Arbeiter und Bauern sah und zeigte man zunehmend als Individuen – wenngleich es gerade in der sogenannten „Arme-Leute-Malerei“ durchaus zu klischeehaften Vorstellungen kommen konnte. Im Historismus wiederum imaginierte man sich in der Kunst gerne in ferne Zeiten von Dekadenz und Überfluss und verschloss sich damit den aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Von vielen Künstlern und Künstlerinnen der Moderne wurden diese dafür umso vehementer aufgegriffen.

In unserem Seminar zeichnen wir die unterschiedlichen Facetten des Themas zunächst anhand der wichtigsten Bilder aus der Kunstgeschichte nach und gehen anschließend auf Spurensuche durch unsere eigene Sammlung.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

LEITUNG Claudia Rasztar, M. A.
TERMIN Samstag, 22. Februar 2020, 11 bis 14 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Claudia  Rasztar, M. A.
Claudia Rasztar, M. A.
Studium der Kulturwissenschaften, der Kunstgeschichte und der Romanistik in Paris (École du Louvre) und an der Universität Bremen. Journalistische Arbeit im Bereich der zeitgenössischen Keramik, Galerietätigkeit in Wendhausen / Braunschweig. Seit 1996 freiberufliche Dozentin und Kunstvermittlerin; Entwicklung und Durchführung von Kunstcamps im Grandhotel Heiligendamm; freie Mitarbeit im Schloss Agathenburg. An der Hamburger Kunsthalle seit 2015.