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#3167

Von Freiräumen und Begrenzungen: Künstlerinnen im 18. Jahrhundert, Teil 3

Seminarreihe mit Dr. Annegret Friedrich
22. März 2020 (11.00 Uhr - 14.00 Uhr)
Diese Seminarreihe besteht aus drei Teilen, die auch einzeln buchbar sind.

In dieser Seminarreihe sollen das Werk und die besondere Situation von Künstlerinnen im 18. Jahrhundert thematisiert werden. Rosalba Carriera, Angelika Kauffmann, die französischen Hofkünstlerinnen Adélaïde Labille-Guiard und Élisabeth Vigée-Lebrun, Anna Dorothea Therbusch, Susanne Henry und andere haben auf unterschiedliche Weise den engen Rahmen, der ihnen qua Geschlecht zugeschrieben war, gesprengt.

Im ersten Teil betrachten wir die Sozialgeschichte von Künstlerinnen im 18. Jahrhundert: ihren familiären Hintergrund, die Ausbildung, die gesellschaftliche Position als Hofkünstlerin oder freie Unternehmerin. Dabei fällt auf, dass mögliche Freiräume im Ancien Régime und in der Epoche der Aufklärung mit ihren von Frauen geführten Salons und den allgemeinen Debatten über Emanzipation im Laufe der Französischen Revolution wieder verloren gingen.

Im zweiten Teil geht es um die bildkünstlerischen Sujets: Waren Künstlerinnen im Brotberuf meist auf die Porträtmalerei angewiesen, so wird doch vielfach der Wunsch erkennbar, sich auch in der höher bewerteten Historienmalerei zu bewähren. Die Selbstbefragung im Selbstporträt eröffnete neue, unkonventionelle Zugänge; weibliche Subjektivität artikuliert sich aber auch im Rollenporträt und im sogenannten „Einfigurenhistorienbild“.

Zum Abschluss gehen wir der Frage nach, welchen Anteil auch Künstlerinnen an der Ausprägung spezifischer Geschlechterrollenbilder mit der Fokussierung auf Mütterlichkeit, weibliche Tugend und Bescheidenheit hatten. Sorgten doch genau diese Wertungen dafür, dass Frauen im 19. Jahrhundert zunehmend aus der Sphäre der Kunstöffentlichkeit verschwanden, so wie umgekehrt das „romantische“ Image des Künstlers als Genie, Heros oder Außenseiter der Gesellschaft mit Stereotypen des Männlichen verknüpft war.

Die Seminare finden im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Annegret Friedrich
TERMIN Sonntag, 22. März 2020, 11 bis 14 Uhr (Teil 3)

Teil 1: Sonntag, 23. Februar 2020, 11 bis 14 Uhr
Teil 2: Sonntag, 8. März 2020, 11 bis 14 Uhr

KOSTENBEITRAG 22 Euro pro Termin, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich, auch einzeln buchbar.

Dr.  Annegret Friedrich
Dr. Annegret Friedrich
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Musikwissenschaft in Karlsruhe, Tübingen und Hamburg; Promotion 1993. Lehrte an der HBK Braunschweig und den Universitäten Trier, Gießen und Hamburg; lebt seit 2008 als freiberufliche Dozentin und Studienreiseleiterin in Hamburg.