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Ursprung und Erlösung: Max Beckmann und das Thema der Androgynie in Kunst und Literatur

Seminar mit Dr. Gabriele Himmelmann
08. Mai 2020 (11.00 Uhr - 14.30 Uhr)
abgesagt

Max Beckmann ging in seiner malerischen Haltung ebenso wie in seiner Ausdeutung der Welt einen eigenen Weg, der nur schwer mit zeitgleichen Positionen in Einklang zu bringen ist. Bedingt durch seine solitäre Stellung in der Geschichte der Klassischen Moderne wurde sein Werk häufig reduziert auf eine selbstsichere, maskulin geprägte Weltsicht. Die Ausstellung „Max Beckmann. weiblich–männlich“ unternimmt es, diese scheinbar eindeutige Haltung zu hinterfragen und Beckmanns Ausdeutung der Geschlechterrollen neu zu gewichten.

Als Zeitgenosse erlebte der Künstler, wie sich festgeschriebene Rollenmuster veränderten und Geschlechtergrenzen begannen, sich aufzulösen. Diese Übergänge zeigen sich in seinem Werk. Das Thema der Androgynie interessierte Beckmann dabei in besonderem Maße. Literarisch und philosophisch gebildet, setzte er sich auch mit den Schriften zum Thema auseinander. Diese nehmen ihren Anfang mit Platons „Symposion“; spätestens mit der Romantik avanciert das Thema dann zu einem der wirkmächtigsten Motive in Kunst und Literatur.

Wir beginnen unseren Rundgang, der Kunst und Literatur verbindet, in der Sammlung der Kunsthalle. Das Thema der Androgynie zeigt sich in einer Reihe von Werken vor allem des 19. Jahrhunderts, darunter Dante Gabriel Rossetti und Max Klinger. Von dort geht es in die Sonderausstellung. Platons Androgynie-Mythos, der die Erfahrung des Verlusts und die Sehnsucht nach der verlorenen Hälfte ins Zentrum stellt, bildet den Ausgangspunkt. Im Folgenden gehen wir weiteren literarischen Bearbeitungen des Themas bis hin zu Thomas Mann und Robert Musil nach – immer verbunden mit der Frage, wie sich das kulturell bedeutsame Motiv fortschreibt und in Kunst und Literatur seine Deutung erfährt.

Das Seminar findet in der Sammlung sowie in der Beckmann-Ausstellung statt.

LEITUNG Dr. Gabriele Himmelmann
TERMIN Freitag, 8. Mai 2020, 11 bis 14.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Gabriele Himmelmann
Dr. Gabriele Himmelmann
Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften; seit Jahren freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. regelmäßig für die Freunde der Kunsthalle. Außerdem Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte am Zentrum für Weiterbildung (ZFW) der Universität Hamburg sowie an der TU Hamburg-Harburg.