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#3217

Das Material der Kunst. Teil V: Gold – zwischen Immanenz und Transzendenz

Seminar mit Dr. Alice Gudera und Florian Britsch, M. A.
27. Juni 2020 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
abgesagt

Alles jemals gefundene Gold ergäbe zusammengenommen einen Würfel von 20 Metern Seitenlänge, und Schätzungen zufolge gingen nur zehn Prozent davon im Laufe der Zeit verloren. Gold galt seit jeher als edelstes der Metalle und spielte im Kult für Götter wie Herrscher gleichermaßen eine herausragende Rolle – von der kolossalen Zeus-Statue des Phidias in Olympia, einem der sieben antiken Weltwunder, bis zu dem von Kaiser Heinrich II. gestifteten Basler Antependium, der sogenannten „Goldenen Tafel“.

In der Kunsttheorie der Renaissance war es dagegen die Nachahmung des Goldglanzes durch Farben, die weitaus höher geschätzt wurde. In der Folge verschwand das Gold als Material allmählich aus der Hochkunst, und man überließ es den Alchemisten sowie dem Kunsthandwerk. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Goldgrund in Bildern der Präraffaeliten wieder zur Anwendung, gefolgt von Künstlern des Jugendstils wie Gustav Klimt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sich immer mehr Künstler mit dem Material Gold, mit seinem säkularen Wert wie dem ihm innewohnenden Erlösungsversprechen auseinander – von Andy Warhol über Robert Rauschenberg, Yves Klein und Joseph Beuys bis zu James Lee Byars.

In unserer Reihe beschäftigen wir uns mit der Geschichte und Bedeutung der künstlerischen Materialien. Zu den überlieferten Werkstoffen traten in der Moderne zahllose neue hinzu; vom Gips über die Industrie- und Alltagsmaterialien bis hin zum menschlichen Körper wurde schließlich alles zum Material der Kunst.

Jede Veranstaltung innerhalb der Reihe ist in sich abgeschlossen und kann auch ohne Vorbereitung besucht werden. Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

Lektüretipp:

Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn, hg. von Monika Wagner u. a., Verlag C.H. Beck 2010, 15,95 Euro

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Samstag, 27. Juni 2020, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.
Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).