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Adolph Menzel und seine Zeit. Teil 1.

Seminarreihe mit Rainer Donandt, M. A.
20. März 2020 (14.00 Uhr - 17.30 Uhr)
abgesagt
Diese Seminarreihe besteht aus drei Teilen, die auch einzeln buchbar sind.

Wohl nur wenigen Künstlern des 19. Jahrhunderts ist eine so widersprüchliche und von Missverständnissen begleitete „fortuna critica“ beschieden gewesen wie Adolph Menzel (1815–1905). Wegen seiner Bilder aus dem Leben Friedrichs des Großen hat man ihn als malenden Propagandisten der Hohenzollerndynastie betrachtet. Aber weder Bewunderern noch Kritikern ist dabei aufgegangen, wie Menzel seine Werke abseits aller apologetischen Konventionen der Historienmalerei zu eigenständigen Reflexionen über geschichtliche Begebenheiten erhoben hat. Mit der Reichsgründung von 1871 hat er sich von der im national-patriotischen Selbstvergewisserungsbedarf florierenden Gattung denn auch bereits wieder abgewandt.

Was die lange Zeit unbekannten, bezaubernden Farbstudien des malenden Autodidakten angeht, meinte man um die Wende zum 20. Jahrhundert einen Impressionismus „avant la lettre“ zu erkennen. Doch Menzel selbst war allem Modernismus wenig zugetan. Und wenn seine stupende Zeichenkunst, deren suggestive Realitätshaltigkeit beinahe ohne Vergleich dasteht, in Deutschland auch stets geschätzt worden ist, so hat doch erst ihre nachholende „Entdeckung“ durch Ausstellungen und Publikationen im Ausland die Ausnahmestellung dieses eigenwilligen Künstlers im Panorama der Kunstentwicklung seine Epoche ins allgemeine Bewusstsein gehoben

In drei Sitzungen führt unsere Seminarreihe in das Werk des Jahrhundertkünstlers ein:

I. Der Maler Friedrichs des Großen und die Historienmalerei des 19. Jahrhunderts

II. „Alles ZEICHNEN ist gut, ALLES zeichnen noch besser“: Die Zeichnungen und farbigen Studien als Medien der Wirklichkeitsaneignung

III. Realismus, Beobachtung, Verkörperung? Menzel im Kontext der sich formierenden Moderne

Die Seminare finden im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung statt.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMIN Freitag, 20. März 2020, 14 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro pro Termin, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich, auch einzeln buchbar

Teil 2: Freitag, 3. April 2020, 14 bis 17.30 Uhr
Teil 3: Freitag, 17. April 2020, 14 bis 17.30 Uhr

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.