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Von der Attraktivität des Hofes: Gegenwärtiger Städte- und Wohnungsbau in Ottensen

Rundgang mit Dr. Sylvia Necker
14. Mai 2016 (15.00 Uhr - 18.00 Uhr)

„Höfe“ sind die städtebauliche Form der Stunde. Betrachtet man aktuelle Wohnungsbauprojekte in den wachsenden Zentren der Bundesrepublik wie Hamburg, München, Berlin und Frankfurt, so finden sich auffällig viele Neubauprojekte, die den Titel „Höfe“ tragen. Dabei greifen diese Projekte auf eine altbewährte Form zurück, die seit den 1920er Jahren in unterschiedlichen, meist sozialreformerischen Projekten Anwendung fand. Der Hof war das Zentrum, war Treffpunkt und Erholungsraum, auf den Wohnungen und Gemeinschaftsräume hin ausgerichtet waren.

Auch heute noch ist diese gemeinschaftsstiftende Bauform sehr beliebt – allerdings in umgedeuteter Form. Sie dient seit einger Zeit als Instrument zur Aufwertung angesagter Stadtviertel wie Hamburg-Ottensen. Seit den 1990er Jahren hat man die alten Höfe und Fabriken in dem einstigen Arbeiterviertel entdeckt und gezielt aufgewertet. Das pittoreske Flair zog neue Mieter an und verdrängte die angestammte Bevölkerung. Gentrifizierung war das Stichwort der Stunde. Doch nicht einfach nur eine Aufwertung alter Bestände, sondern auch eine Abschottung der neuen Bewohner war die Folge. Die ursprünglich gemeinschaftsstiftende Hofbebauung fördert die Segregation von Gesellschaftsschichten. Höfe als Vorform der „Gated Community“?

Auf unserem Rundgang durch Ottensen schauen wir uns mehrere neue Wohnungsbauprojekte wie Ottensen Westend und Fette Höfe in ihrem städtebaulichen Kontext an und fragen nach wohnungswirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontexten dieser Projekte. Für welche Zielgruppe werden diese „Höfe“ gebaut? Welche Auswirkung auf das Viertel sind beobachtbar? In welchem größeren baukulturellen Zusammenhang stehen diese Projekte?

RUNDGANG Von der Attraktivität des Hofes: Gegenwärtiger Städte- und Wohnungsbau in Ottensen
LEITUNG
Dr. Sylvia Necker
TERMIN Samstag, 14. Mai 2016, 15 bis 18 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Studierende bis 30 Jahre 18 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr.  Sylvia Necker
Dr. Sylvia Necker
Sylvia Necker hat Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Hamburg studiert. Nach beruflichen Stationen in Hamburg und Kiel sowie am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner seit 2014 Kuratorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden. Dissertation über das Hamburger Architekturbüro Gutschow; Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Seminare zur Architektur- und Stadtgeschichte sowie zur jüdischen Geschichte.