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Die City Nord – Geisterstadt oder Architekturjuwel? Rundgang zur Architektur- und Stadtplanungsgeschichte

Stadtrundgang mit Dr. Sylvia Necker und Dr. des. Veronika Schöne
12. September 2014 (15.00 Uhr - 19.00 Uhr)

Eine ganze Bürostadt auf der grünen Wiese: Bis heute ist die City Nord heftig umstritten. Geisterstadt schimpfen sie diejenigen, die das fehlende Leben nach Büroschluss beklagen, Open-Air-Architekturausstellung loben sie andere, die die hohe Qualität der Bauten schätzen. Fast alle Gebäude sind aus Wettbewerben hervorgegangen. Sie zeigen damals exemplarische Lösungen für die Bauaufgabe Büro und gehören heute zu den interessantesten Bauten der Nachkriegsmoderne. Einige sind sogar regelrecht emblematisch, wie etwa das ehemalige BP-Gebäude (1968-70), dessen Grundriss als Benzolring gestaltet ist. Doch zu einem unumstrittenen Exempel herausragender Architektur hat es nur das ehemalige HEW-Gebäude (1963-69) gebracht. Die vier gegeneinander verschobenen Scheiben atmen eine skandinavische Eleganz, die sich mit dem Namen Arne Jacobsens verbindet.

Im Kontext der Diskussion um eine völlige Neugestaltung der Städte im Europa der 1930er und 1940er Jahre wurde die Frage nach der Funktion einer „City“ neu gestellt. Werner Hebebrand – von 1952 bis 1964 Hamburgs Oberbaudirektor – entschied sich für eine doppelte City: Die traditionelle Innenstadt mit der alten Geschäftsstraße Mönckebergstraße und der seit Mitte der 1950er Jahre entstehenden Ost-West-Straße sollte durch eine zweite Bürostadt – die City Nord – ergänzt werden. Vorteile sah man im günstigeren Verkehrsfluss außerhalb des Stadtkerns, der Lage im Grünen und der Verbindung von Arbeiten und Wohnen nördlich des Stadtparks.

Auf unserem Rundgang setzen wir die Bauten in den Kontext der Diskussion um die Erhaltung der Nachkriegsmoderne und der zeitgenössischen Debatte über die Verheißungen utopischer Architekturkonzepte, die nie nur als bauliche, sondern immer auch als gesellschaftliche Manifestationen der 1960er Jahre zu deuten sind.

LEITUNG Dr. Sylvia Necker, Veronika Schöne, M. A.
TERMIN Freitag, 12. September 2014, 15 bis 19 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Studierende bis 30 Jahre 22 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, dann für die neue Programmsparte ADVANCED. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.
Dr.  Sylvia Necker
Dr. Sylvia Necker
Sylvia Necker hat Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Hamburg studiert. Nach beruflichen Stationen in Hamburg und Kiel sowie am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner seit 2014 Kuratorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden. Dissertation über das Hamburger Architekturbüro Gutschow; Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Seminare zur Architektur- und Stadtgeschichte sowie zur jüdischen Geschichte.