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Oldenburg: „Die Geister, die sie riefen – Lust- und Angstvisionen von Horst Janssen und J. H. Füssli“

Tagesfahrt mit Ursula Sdunnus, M. A.
23. Januar 2016

Johann Heinrich Füssli (1741–1825) zählt zu den großen Künstlern der Vergangenheit, die Horst Janssen (1929–1995) als seine „adoptierten Ahnen“ verehrte. Der weltgewandte, hochgebildete, nach England exilierte Schweizer war eine der bedeutendsten und extravagantesten Künstlergestalten der europäischen Kunst um 1800. Seine meist von literarischen Vorlagen (Shakespeare, Milton) inspirierten Gemälde und Zeichnungen sind spannungsgeladen, emotional besessen, mitunter reißerisch, von phantastischen Geisterwesen wie Hexen, Elfen und Trollen bevölkert, die in mitunter stark erotisierten Szenen den Menschen zusetzen. Im Jahr 1782 stellte er an der Royal Academy in London sein Gemälde „The Night-Mare“ („Der Nachtmahr“ bzw. „Der Alptraum“) aus. Der Sensationserfolg dieses Bildes, das bis heute eine Ikone psychologisch eindringlicher Grusel-Erotik ist, machte ihn schlagartig berühmt.

Horst Janssen kannte Füsslis vielschichtige Kunst allein aus Büchern, doch wurde sie ihm in den Jahren 1973 bis 1975 zu einer mächtigen Inspirationsquelle. Seine Radierfolge „Der Alp – Variationen zu Heinrich Füssli“ ist der eindrucksvollste Beleg dafür. Sie ist der Ausgangspunkt für die große Ausstellung, die das Oldenburger Horst-Janssen-Museum Füssli und Janssen im kommenden Winter widmet. Mit Leihgaben aus dem In- und Ausland werden neben den gezeichneten und radierten Kopien und Paraphrasen von Janssen nach Füssli erstmals auch viele Zeichnungen von Füssli selbst gezeigt. Die ausführliche Führung durch die Ausstellung wird diese künstlerisch wie kunsthistorisch äußerst spannende Begegnung zweier Genies von allen Seiten ausleuchten.

LEITUNG Ursula Sdunnus, M. A.
TERMIN Samstag, 23. Januar 2016
KOSTENBEITRAG 78 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 15 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse ab/an Hamburg, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritt, Führung, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

 Ursula Sdunnus, M. A.
Ursula Sdunnus, M. A.
Kunsthistorikerin und Bibliothekarin. Studium der Kunstgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Französisch und Bibliothekswissenschaften in Münster, Hamburg und London. Von 1989 bis 2006 am Warburg Institute in London und an der Royal Library (Schloss Windsor) beschäftigt. Seit Februar 2007 Mitarbeiterin im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle.