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Wolfsburg Unlimited: Eine Stadt als Weltlabor

Tagesfahrt mit Florian Britsch, M. A.
02. September 2016

Ein Autokino mitsamt Containerterminal im Maßstab 1:1 füllt zurzeit die zentrale Halle des Kunstmuseums Wolfsburg. Zu sehen ist ein groteskes Gangsterballett samt Motorshow, Waffendemonstration und Geldübergabe – ein treffendes Sinnbild der aktuellen Debatte um die Exzesse eines globalen Kapitalismus, die nicht zuletzt der Abgasskandal beim Weltkonzern Volkswagen ins Rollen brachte.

Die überwältigende Installation von Julian Rosefeld bildet den Mittelpunkt der Großausstellung „Wolfsburg Unlimited“, mit der Ralf Beil, seit 2015 Direktor des Hauses, seinen kuratorischen Einstand gibt. Erstmals wird damit der Versuch unternommen, eine ganze Stadt auszustellen. Ziel ist es, das für Deutschland Exemplarische am Sonderfall Wolfsburg aufzuzeigen. Denn die Stadt ist nicht nur Metropole des Kapitals. 1938 gegründet, war sie zunächst Modellstadt des Nationalsozialismus, dann Musterstadt des Wirtschaftswunders, schließlich Testfeld zur Bewältigung der Globalisierungskrisen und Labor einer „Event-City“. In Wolfsburg, so der Kurator, bündelt sich Deutschland wie in einem Brennglas.

Von den ersten prähistorischen Funden in der Region bis zu sieben eigens für die Ausstellung entstandenen Großprojekten spannt sich der Parcours, einschließlich so skurriler Exponate wie der Gehörnsammlung des legendären VW-Generaldirektors der Nachkriegszeit, Heinrich, genannt „König“ Nordhoff.

Der Kurator und Direktor Ralf Beil wird uns durch das Experimentierfeld und „Weltlabor“ Wolfsburg führen. Zum Abschluss des Tages besichtigen wir das gegenüber dem Museum gelegene Alvar-Aalto-Kulturhaus (1958-62) – ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk aus einer Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs und zugleich Denkmal eines anderen Wolfsburg.

LEITUNG Florian Britsch
TERMIN Freitag, 2. September 2016
KOSTENBEITRAG 119 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse ab/an Hamburg, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.