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Kunsthalle Bremen: Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport

Tagesfahrt mit Florian Britsch, M. A. und Dr. Alice Gudera
26. Januar 2017
ausgebucht

Sport – das ist heutzutage vor allem ein Thema der modernen Massenmedien. Dies war nicht immer so: Der Siegeszug des Sports begann in Deutschland vor etwas mehr als hundert Jahren, und es war Max Liebermann (1847–1935), der sich als Erster intensiv damit auseinandersetzte und das Thema für die Malerei entdeckte. Eine große Ausstellung in der Kunsthalle Bremen untersucht nun Liebermanns Blick auf Bewegung und Sport und erzählt zugleich die Geschichte vom Reiten, Tennis und Polo in der Kunst.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wandte sich Liebermann erstmals dem Motiv der Sommerfrische an der Nordsee zu. Zunächst malte er Badende und Reiter, später auch moderne Sportarten wie Polo, Tennis und Pferderennen – Freizeitvergnügungen des wilhelminischen Großbürgertums, das sich in seinem Habitus am englischen „Sportsman“ orientierte. Werke von Degas, Manet und Toulouse-Lautrec veranschaulichen Liebermanns Inspiration durch die französische Malerei und Graphik; Vergleiche mit englischen und deutschen Zeitgenossen wie John Lavery oder Max Slevogt illustrieren seine Vorstellung von einer modernen Kunst fürs Bürgertum.

Nach dem Ersten Weltkrieg rücken die Sportmotive bei Liebermann in den Hintergrund. In den 1920er Jahren begann eine jüngere Künstlergeneration, den Sport als Thema zu entdecken. Doch waren es nun populäre Massensportarten wie Fußball oder Boxen, die zum bevorzugten Motiv für Maler und Bildhauer avancierten. Die Boxerdarstellungen von George Grosz, Renée Sintenis oder Rudolf Grossmann spiegeln diesen Blickwechsel vom eleganten Rasensport auf dem Lande zum aggressiven Körpereinsatz im urbanen Sportpalast.

Nach einer ausführlichen Führung durch die Ausstellung am Vormittag widmen wir uns nach der Mittagspause stellt Frau Gudera gemeinsam mit Florian Britsch Ihnen die Ausstellung „Emil Nolde trifft Paula Modersohn-Becker“ in der Böttcherstraße vor.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Donnerstag, 26. Januar 2017
KOSTENBEITRAG 64 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 15 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit dem Metronom, 2. Klasse ab/an Hamburg, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.