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Künstlerhäuser in Norddeutschland VII: Das Georg-Kolbe-Museum und die Villa Liebermann in Berlin

Tagesfahrt mit Dorith Will, M. A.
17. Juni 2017

Der Bildhauer Georg Kolbe (1877–1947) ließ sich 1928 im Berliner Westend zwischen märkischen Kiefern ein Atelierhaus erbauen, das heute in erweiterter Form als Museum zu erleben ist. Im Skulpturengarten und der „Burg“, wie Kolbe sein im Stil der Neuen Sachlichkeit gehaltenes Haus nannte, werden seine Bronzefiguren reizvoll zwischen Natur und Architektur präsentiert.

Kolbe war im pulsierenden Berlin der 1910er Jahre schnell zum gefragten Bildhauer aufgestiegen, befreundete sich mit expressionistischen Künstlern und begeisterte sich für den Ausdruckstanz. Seine 1912 geschaffene „Tänzerin“, die nach einer berühmten Formulierung von Adolf Behne „ … alle Riesen und Heroen heiter zu Boden tanzte“, traf den Zeitgeist der Weimarer Republik. Ende der 1920er Jahre änderte sich sein Stil von den charakteristisch bewegten Figuren zu ruhig stehenden, idealisierten Körperdarstellungen, was ihn in die Nähe der NS-Kunstvorstellungen rückte. Regelmäßige Sonderausstellungen zeigen weitere Künstler; aktuell wird etwa die Rolle des Galeristen Alfred Flechtheim für die moderne Bildhauerei mit Werken von u. a. Barlach, Lehmbruck und Sintenis befragt.

Am Nachmittag führt uns der Weg an den Wannsee zur Villa Liebermann, die der Maler „mein Schloss am See“ nannte. Das 1910 entstandene Gesamtkunstwerk aus Künstlerhaus und Garten ist immer wieder einen Besuch wert. Hier entstanden die berühmten Gartenbilder Max Liebermanns mit Motiven aus den Blumen- und Heckengärten, dem Birkenweg und der großen Rasenfläche mit Blick auf den See, die später die Vorlage für die Wiederherstellung dieses besonderen Ensembles bildeten. Die aktuelle Sonderausstellung „Max Liebermann und der Sport“ widmet sich – in Kooperation mit der Bremer Kunsthalle, aber in modifizierter Form – dem Thema Bewegung und Sport.

LEITUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Samstag, 17. Juni 2017
KOSTENBEITRAG 119 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn, 2. Klasse ab/an Hamburg inkl. Reservierung, öfftl. Verkehrsmittel, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.