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#2351

Künstlerhäuser in Norddeutschland VI: Die Barlach-Stadt Güstrow und Käthe Kollwitz

Tagesfahrt mit Dr. Rüdiger Joppien
24. Juni 2017

Leben und Werk Ernst Barlachs (1870–1938) sind untrennbar mit der Stadt Güstrow verbunden. Nach Lehr- und Wanderjahren in Deutschland, Paris, Italien und Russland ließ sich Barlach 1910 als 40-Jähriger hier nieder. Fast 30 Jahre lang arbeitete einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts im Herzen Mecklenburgs. 1927 schuf er für den Güstrower Dom als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs seinen berühmten „Schwebenden“, dem er das Antlitz der Künstlerfreundin Käthe Kollwitz verlieh – das Werk wurde 1937 als „entartet“ entfernt und eingeschmolzen; in einem Nachguss ist die ausdrucksvolle Plastik seit 1953 wieder am ursprünglichen Ort zu sehen.

Auf unserem Tagesausflug nach Güstrow besuchen wir sowohl den Dom als auch die unweit gelegene Gertrudenkapelle, die 1953 als Ausstellungsraum für das Werk Barlachs eingerichtet wurde. Zum Auftakt besichtigen wir jedoch das geräumige Atelierhaus am Heidberg oberhalb des Inselsees, das sich der Künstler 1930/1931 errichten ließ. Die Ernst Barlach Stiftung, deren Geschäftsführer Dr. Volker Probst uns persönlich begrüßen und durch das Haus führen wird, beherbergt hier und im benachbarten Ausstellungsforum/Graphikkabinett den größten zusammenhängenden Bestand an bildhauerischen, graphischen und schriftlichen Arbeiten, Skizzen und Entwürfen Barlachs.

In schönster Ergänzung ist dort außerdem eine Ausstellung zum 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz (1867–1945) zu sehen: „Auf der Suche nach der ‚neuen Form‘. Käthe Kollwitz. Zeichnungen, Druckgraphik und Plastik“. Gezeigt werden die wichtigsten Bildzyklen der Künstlerin sowie eine Auswahl von Handzeichnungen und Plastiken. Im Mittelpunkt steht dabei das zentrale Thema ihrer Kunst, das mit demjenigen Barlachs durchaus verwandt ist: der Mensch in seinen elementaren Befindlichkeiten.

LEITUNG Dr. Rüdiger Joppien
TERMIN Samstag, 24. Juni 2017
KOSTENBEITRAG 72 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 15 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Regionalbahn, 2. Klasse ab/an Hamburg, öfftl. Verkehrsmittel und Taxifahrten vor Ort, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

Dr. Rüdiger Joppien
Dr. Rüdiger Joppien
von 1987 bis 2011 Leiter der Abteilung Jugendstil und Moderne am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Seit 2009 Honorarprofessor am Kunsthistorischen Seminar der Universität Hamburg.