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Zwischen nordischer Landschaft und Südsee-Paradies – Ausstellungen zum 150. Geburtstag Emil Noldes in Schleswig und Seebüll

Tagesfahrt mit Dorith Will, M. A.
04. August 2017
ausgebucht

Vor 150 Jahren kam Emil Nolde (1867–1956) im deutsch-dänischen Grenzland zur Welt. Acht Museen würdigen aus diesem Anlass unter dem gemeinsamen Motto „Nolde im Norden“ den wohl bekanntesten deutschen Expressionisten mit eigens konzipierten Sonderausstellungen. Zwei der interessantesten wollen wir auf unserer Tagesfahrt besuchen.

In der Nolde Stiftung Seebüll, dem ehemaligen Wohn- und Atelierhaus, das sich der Künstler ab 1926 errichten ließ, werden seine „Meisterwerke“ gezeigt. In einem spannungsreichen Bogen von den Anfängen bis zum Spätwerk sind frühe Gartenbilder, turbulentes Berliner Gesellschaftsleben, sehr eigenständige Bibelinterpretationen, imposante Landschaftsgemälde und späte Blumendarstellungen zu erleben. Dazu öffnet sich Seebüll erstmals einem anderen Künstler: Der englische Bildhauer Henry Moore (1898–1986) ist mit vier herausragenden Skulpturen im originalgetreu angelegten Garten Noldes vertreten. Die abstrahiert-figürlichen Plastiken Moores finden hier ein harmonisches Gegenüber, war doch beiden Künstlern die Verbindung von Mensch und Natur ein Grundanliegen.

Im Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig steht eine andere bedeutende Werkgruppe im Fokus: die Südseebilder. Mit mehr als 150 Gemälden, Aquarellen und Pastellen, die 1913/14 während der Reise in die damalige Kolonie Deutsch-Neuguinea entstanden sind, dokumentiert die Ausstellung Noldes Sehnsucht nach den vermeintlich „unberührten Erstheiten der Natur und des Menschen“, die er mit vielen Künstlern seiner Zeit teilte. In farbglühenden Bildern hat Nolde die Schönheit der Landschaft eingefangen, in den Porträts und Szenen vom Leben der Menschen den Zauber einer verlorenen Welt zu bewahren versucht. Diese Einflüsse exotischer Welten dienten dem norddeutschen Expressionisten als lebenslange Inspiration für sein Werk.

LEITUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Freitag, 4. August 2017
KOSTENBEITRAG 112 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 20 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit dem Reisebus ab/an Hamburg, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.