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22.9.: Das Heine-Haus an der Elbchaussee und die Geschichte von Geld und Geist

Dr. Beate Borowka-Clausberg
22. September 2017 (16.00 Uhr - 17.30 Uhr)
Wir bieten diese Führung alternativ auch am 31.8. oder am 8.9. an.

Einst war der jüdische Hamburger Bankier, Philanthrop und Mäzen Salomon Heine (1747–1844) der Bekanntere der beiden. Heute ist es eher sein Neffe, der Dichter Heinrich Heine (1797–1856), an den man sich erinnert. Sein Gedicht „Affrontenburg“ verwandelt das idyllische Anwesen seines Onkels an der Elbe, in dem er so oft zu Gast war, in einen Ort des Leidens. Hatte Salomon Heine doch den rebellischen Neffen zunächst vergeblich im Bankhaus und dann im Tuchhandel unterzubringen versucht, bis er sich schließlich dazu überreden ließ, ihm ein Studium fernab von Hamburg zu finanzieren.

Das Landhaus selbst, das von Heinrich Heine so genannte „verdammte Schloss“, wurde 1881 abgerissen. Erhalten hat sich jedoch das ehemalige Gärtnerhaus an der Elbchaussee, das damit bis heute die lebendige Kulisse für eine vielseitige Familien-, Stadt- und Literaturgeschichte abgibt. Es wurde 1832 wohl vom französischen Architekten Joseph Ramée (1764–1842) errichtet, der zwei Jahre später nachweislich auch den großen Garten im englischen Landschaftsstil anlegte. Schmuckstück des Hauses ist ein kleiner, feiner ovaler Saal, der einzig dem Hausherrn als persönliches Refugium diente. Gut möglich, dass dort ausgewählte Gäste wie beispielsweise Felix Mendelssohn-Bartholdy empfangen wurden; auch musikalische Soiréen dürften in dem Raum stattgefunden haben.

Zum 250. Geburtstag Salomon Heines wird nun eine neue Dauerausstellung im Gartenhaus präsentiert. Sie zeigt zahlreiche Porträts und Ansichten des 19. Jahrhunderts sowie historisches Mobiliar aus der Biedermeierzeit. In unseren Rundgang werden wir auch die jüngst rekonstruierten Teile des heutigen Parks einbeziehen und so an die einstmals berühmte Ottensener Sommerfrische erinnern.

FÜHRUNG Dr. Beate Borowka-Clausberg
TERMIN Donnerstag, 22. September 2017, 16 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. Beate Borowka-Clausberg
Dr. Beate Borowka-Clausberg
Studium der Germanistik und Philosophie in Düsseldorf, Promotion in Kassel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bäderliteratur, Reiseliteratur und Biographien des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie ist Vorsitzende des Hamburger Heine-Haus e. V.