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Frankfurt am Main: Kunst als Konfliktfeld und Selbsterkundung: „Geschlechterkampf“ im Städel, „Giacometti – Nauman“ in der Schirn

Studienreise mit Rainer Donandt, M. A.
03. Dezember 2016 - 04. Dezember 2016

Was ist der Mensch? Ein zerebral gesteuertes Vernunftwesen, das die Welt und das Leben der ordnenden Kraft des Logos zu unterwerfen weiß? Zwei Ausstellungen in Frankfurt widmen sich ganz anderen Sichtweisen der conditio humana.

Das Städel Museum präsentiert mit der groß angelegten Schau „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ das facettenreiche Panorama eines Megathemas der Kunst und Kultur seit dem späten 19. Jahrhundert. Eine Zeit, die sich von den Dramen Ibsens fesseln oder von Nietzsches Aphorismen faszinieren ließ („Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“), fand auch in der Kunst reichen Anlass, über den Dualismus der Geschlechter zu sinnieren. Ist „der“ Mensch eigentlich ein Mann, dem die Frau ein ewiges „Rätsel“ bleiben muss? Wie sehr verstricken aber auch erst Kultur und Tradition die Menschen in Geschlechterrollen, die in der modernen Welt zu tragischen Konflikten führen? Und umgekehrt: Kann der allseits emanzipierte „neue Mensch“ von seiner geschlechtlichen Identität überhaupt absehen? Künstler wie Künstlerinnen haben zu diesen Fragen beschwörend wie ironisierend, mythisierend wie demaskierend Stellung bezogen. Viele der Werke wirken nach Jahrzehnten in Museumsdepots wie Neuentdeckungen, die umso unverbrauchter zur Selbstprüfung herausfordern: Sind wir heute schon viel weiter?

In einem originellen Dialogangebot zeigt auch die Kunsthalle Schirn mit der Ausstellung „Giacometti – Nauman“ zwei Künstler, deren Werke die leibliche und räumliche Erfahrung als Grundbedingung unserer Existenz umkreisen. Obwohl zwischen Bruce Nauman (geb. 1941) und Alberto Giacometti (1901–1966) Welten zu liegen scheinen, lädt die Gegenüberstellung dazu ein, verwandte Interessen zu verfolgen, die über den jeweiligen Zeitkontext hinaus unser Verhältnis zur Welt thematisieren.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
BEGLEITUNG Anna Cohrs. M. A.
TERMIN 3. bis 4. Dezember 2016
KOSTENBEITRAG 292 Euro p. P. im DZ, EZ-Zuschlag 23 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 40 Euro
LEISTUNGEN Fahrt mit der Deutschen Bahn ab/an Hamburg, 2. Klasse inkl. Reservierung, öfftl. Verkehrsmittel, 1 Übernachtung inkl. Frühstück im Hotel Spenerhaus, Eintritte, Führungen, Reiseleitung
VERANSTALTER Hamburg Süd Reiseagentur
Anmeldung bis 10. Oktober 2016

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.