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Die Hamburger Kunsthalle und ihre Geschichte. Teil VI: Lichtwark und die Künstler

Kuratorenseminar mit Merle Radtke und Dr. Ute Haug
20. Juni 2014 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht

Eine der weitblickendsten Ideen Alfred Lichtwarks (1852–1914), des ersten Direktors der Hamburger Kunsthalle, war es, Künstler nach Hamburg einzuladen, um vor Ort Landschaften und Portraits anfertigen zu lassen. Lichtwark, seit 1886 im Amt, hatte frühzeitig erkannt, dass die Großstadt als Bildmotiv für junge Künstler von Interesse sein konnte. Wichtiger noch war sein Gedanke, „dem künstlerischen Leben in Hamburg dauernd Anregung zu geben“ und über vertraute Motive das Interesse der Hamburger für die zeitgenössische Kunst zu wecken. Dies mündete 1889 in die „Sammlung von Bildern aus Hamburg“. Unter den von Lichtwark beauftragen Künstlern waren Ernst Eitner und Arthur Illies aus Hamburg, führende deutsche Künstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt sowie die französischen Postimpressionisten Pierre Bonnard und Édouard Vuillard.

Im Seminar wollen wir Alfred Lichtwarks Verhältnis zu den Künstlern genauer unter die Lupe nehmen und nicht zuletzt anhand seiner zahlreichen Briefe nachvollziehen. Diese dokumentieren etwa die engen Beziehungen, die Lichtwark zu Leopold Graf von Kalckreuth und Max Liebermann unterhielt. Auch für die Sammlung zeitgenössischer Medaillen, deren Grundstock Arbeiten von Jules-Clément Chaplain und Oscar Roty bilden, war die Basis ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Künstler und Museumsdirektor. Jedoch werden nicht nur die Erfolge Lichtwarks betrachtet, sondern auch Rück- und „Fehlschläge“. Vergeblich bemühte er sich etwa für seine Sammlung um Werke von Max Klinger, Ferdinand Hodler oder Gustav Klimt. Auch das schwierige Verhältnis Lichtwarks zu den Künstlern der „Brücke“ ist bislang ein eher selten betrachtetes Thema.

Die Veranstaltung findet in der Ausstellung „Lichtwark revisited. Künstler sehen Hamburg“ sowie im Seminarraum statt.


LEITUNG Dr. Ute Haug, Merle Radtke, M. A.
TERMIN Freitag, 20. Juni 2014, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Ute  Haug
Dr. Ute Haug
Studium der Kunstgeschichte, Baugeschichte und Geschichte in Aachen und Florenz. Seit 2000 an der Hamburger Kunsthalle; Leiterin der Provenienzforschung und des Archivs Hamburger Kunsthalle.
 Merle Radtke, M. A.
Merle Radtke, M. A.
Studium der Kunstgeschichte und Volkskunde in Göttingen, Bordeaux und Hamburg. Nach dem Studium freiberufliche Kunstvermittlerin bei der Sammlung Falckenberg; 2012 bis 2013 kuratorische Assistenz im Kunstverein Harburger Bahnhof; seit Februar 2013 Volontärin an der Hamburger Kunsthalle.