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Englische Kunst von 1730 bis 1918. Teil III: Landschaftsmalerei auf dem Weg in die Moderne

Seminar mit Florian Britsch und Dr. Alice Gudera
21. Juni 2014 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 4. und 5. 6.2014 an.

Ebenso wie die Historienmalerei konnte auch die Landschaftsmalerei in England bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts auf keine eigenständige, nationale Tradition zurückgreifen. Innerhalb weniger Jahrzehnte stieg sie dann jedoch nicht nur zur führenden Gattung auf – vielmehr kam ihr auf dem weiteren Weg in die Moderne innerhalb Europas sogar eine Vorreiterrolle zu. Im Seminar wollen wir den rasanten Aufstieg der englischen Landschaftsmalerei zwischen 1750 und 1800 in seinen wesentlichen Etappen nachvollziehen.

Am Anfang steht ein kurzer Blick auf die Geschichte des englischen Landschaftsgartens. Er avancierte seit den 1730er Jahren zum Gegenmodell des absolutistischen Barockgartens französischer Prägung und galt in seiner Unregelmäßigkeit und inszenierten „Natürlichkeit“ als Ausdruck aufgeklärter „democracy“. Gleichzeitig war er die gebaute Umsetzung klassischer Ideallandschaften, wie sie vor allem von Claude Lorrain vertraut waren. In Italien ausgebildete Künstler wie Richard Wilson (1713–1782) übertrugen das klassische Schema nach der Jahrhundertmitte auch in ihren Gemälden auf die heimatliche, britische Landschaft. Im Zuge der verstärkt einsetzenden Reisetätigkeit wurden dabei zunehmend auch „unklassische“ Gegenden bildwürdig, etwa die „erhabenen“ Gebirgslandschaften in Schottland und Wales oder – wie in den Coalbrookdale-Ansichten Philippe Jacques de Loutherbourgs (1740–1812) – die neuartige Industrielandschaft.

Die unerlässlichen Naturstudien vor Ort – in Öl oder Aquarell – führten dabei zugleich zu einer neuen Sensibilität für das künstlerische Material sowie die abstrakten Qualitäten des Bildes. An all dies konnte die nachfolgende Generation, allen voran die Landschaftsmalerei eines John Constable oder William Turner anknüpfen.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Samstag, 21. Juni 2014, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.