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Zeit und Vergänglichkeit: Zeiterzählungen in bildender Kunst und Literatur

Seminarreihe mit Dr. Alexandra Lübcke und Marion Koch, M. A.
06. September 2014 - 13. September 2014 (14.00 Uhr - 17.30 Uhr)

„Zeit“ ist seit jeher ein zentrales Motiv in Kunst und Literatur, vermittelt sich doch darüber die grundlegende Bedingung unserer Existenz. Als „Erzählzeit“ – die Dauer der Betrachtung oder Lektüre – und „erzählte Zeit“ ist sie darüber hinaus strukturgebend sowohl für Bilderzählungen als auch für literarische Texte.

In unserem zweiteiligen Seminar wollen wir den unterschiedlichen Bedeutungsebenen von „Zeit“ in der bildenden Kunst nachgehen – angefangen bei den religiösen Bilderzählungen Meister Franckes über die holländische Genremalerei des „goldenen Zeitalters“ bis hin zur Historienmalerei des 19. Jahrhunderts. Parallel betrachten wir die Entwicklung der Literatur von den Heldenepen des Mittelalters bis zu den großen historischen Romanen eines Alexandre Dumas oder Leo Tolstoi.

Ein spezielles Thema ist die literarische wie bildkünstlerische Darstellung der „Vanitas“, der Vergänglichkeit alles Irdischen – leitmotivisch in der barocken Literatur eines Grimmelshausen oder Gryphius ebenso wie in den Gemälden Barthel Behams oder den Stillleben Willem Claeszoon Hedas. In der Kunst nach 1945 schließlich wird Vergänglichkeit mit anderen Medien und neuen Materialien thematisiert – etwa in Richard Serras großer Bleiarbeit „‘Measurements‘ of Time“ –, freilich ohne dass dabei die existenzielle Dimension des Motivs verloren ginge.

Im zweiten Teil des Seminars stehen die faszinierenden Stillleben Max Beckmanns im Blickpunkt. Motive wie erloschene Kerzen oder Totenschädeln beziehen sich ausdrücklich auf die Vanitas-Ikonographie vergangener Jahrhunderte – angesichts der historischen Situation, in der Beckmanns Gemälde entstanden, sind diese Symbole jedoch neu zu lesen.

Die Veranstaltung findet vor den Originalen in der Sammlung sowie in der Sonderausstellung statt.

LEITUNG Marion Koch, M. A., Dr. Alexandra Lübcke
TERMIN Samstag, 6. September 2014; Samstag 13. September 2014, jeweils 14 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 56 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Marion Koch, M. A.
Marion Koch, M. A.
Studium der Kunstpädagogik in Heidelberg, der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Philosophie in Heidelberg, Rom und Hamburg. Magisterarbeit über Baldassare Peruzzi. Seit vielen Jahren freie Mitarbeiterin der Hamburger Kunsthalle sowie Seminar- und Reiseleiterin für die Freunde der Kunsthalle.
Dr.  Alexandra Lübcke
Dr. Alexandra Lübcke
freiberufliche Kulturwissenschaftlerin. Seit ihrem Studium der Literatur, Geschichte und Psychologie als Lehrbeauftragte (Universitäten Hamburg und Hannover) und Dozentin in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. in der Kunsthalle und an der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg. Arbeitsschwerpunkte: Kulturtheorien, europäische und außereuropäische Kulturgeschichte, Orientalismus.