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Das Bild der Welt und die Welt der Bilder – eine kleine Kunstgeschichte nach Bildgattungen. Teil II: Das Barock

Seminarreihe mit Rainer Donandt, M. A.
15. Februar 2015 - 10. Mai 2015 (14.00 Uhr - 17.30 Uhr)

Im zweiten Teil der Seminarreihe beschäftigen wir uns mit der Zeit von der ausklingenden Renaissance bis zum Rokoko, das heißt bis an die Schwelle der Moderne. Dies ist die Epoche des voll entwickelten Gattungswesens in der Malerei. Je weiter die Akademisierung der bildenden Kunst voranschreitet, desto stärker werden die Gattungen als Problem der Kunsttheorie verhandelt.

Gemäß der immer klarer ausgebildeten Hierarchie der Gattungen gilt nun die Historienmalerei als die unangefochten höchste Form der Malerei überhaupt. Die Berufung an eine Akademie ist in aller Regel an ein Historienbild als Aufnahmestück gebunden. Gleichzeitig entwickeln sich aber auch der Kunstmarkt und das Sammlerwesen, die zunehmend nach ganz anderen Gegenständen verlangen. Vor allem in Holland entsteht eine blühende Fachmalerei, die Spezialisten für Tierbilder, Landschaften, Marinebilder, Stillleben, Blumenbilder etc. hervorbringt, deren Können und Subtilität bis heute Bewunderung hervorrufen. Häufig sprechen die verschiedenen Gegenstände jeweils besondere Bedürfnisse und Vorstellungen an, wenn etwa die klassisch arkadische Landschaft die Idee des einfachen Lebens im Goldenen Zeitalter beschwört oder die heimische Dünenlandschaft den patriotischen Sinn der Holländer für ihre zäh erkämpfte Freiheit.

Das Publikum weiß jetzt, was es von Bildern der jeweiligen Gattung erwartet und die Maler verstehen es, diese Erwartungen nicht nur zu erfüllen, sondern fallweise zu überbieten oder auch kalkuliert zu unterlaufen. Die Geschichte künstlerischer Innovationen vor 1800 spielt sich wesentlich im Rahmen des Gattungssystems ab, dessen Vorgaben noch nicht als einengend empfunden werden, sondern gewissermaßen als Spielregeln, die reiche Entfaltungsmöglichkeiten eröffnen.

Die Veranstaltungen finden im Seminarraum statt.

LEITUNG Rainer Donandt, M. A.
TERMINE Sonntag, 15. Februar, 22. März, 12. April, 10. Mai 2015, jeweils 14 bis 17.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 95 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 15 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, M. A.
Rainer Donandt, Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg. Arbeitsschwerpunkte italienische Renaissance und Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Lehraufträgen an den Universitäten Hamburg, Hamburg-Harburg und Lüneburg seit Sommer 2012 in Frankfurt am Main tätig.