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Velázquez. Aus Anlass der Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Wien

Seminar mit Dr. Karoline Künkler
01. Februar 2015 (12.00 Uhr - 18.00 Uhr)

Als einer der Protagonisten des Siglo de Oro – des „Goldenen Jahrhunderts“, wie man in Spanien die historisch-politische und kulturelle Blütezeit des Landes nennt – entfaltete Diego Velázquez (1599–1660) seine exquisite Malerei. Erwartungen an tönende Grandiosität, die Ehrentitel wie „größter Bildnismaler aller Zeiten“ wecken, steht die malerisch wie psychologisch spürbare Subtilität entgegen, mit der die zurückhaltenden Werke des Spaniers überraschen. Das gilt insbesondere für seine Porträts hoher Häupter zwischen Stolz und stillem Leid sowie seine Bildnisse der Hofnarren von würdevollem Ernst – sie präsentieren das höfische Leben aus einer Perspektive, in der die Rangordnung ebenso zu changieren scheint wie das Kolorit der Gemälde durch den delikat gemalten Schimmer kostbarer Gewänder oder das farbige Flirren von Infantinnen-Haar.

Wenn die auflösende Pinselführung, gestützt durch die komplexe Komposition feiner Farbnuancen und unterschwelliger Blickachsen, etliche Kunstschaffende bis zum Impressionismus inspirieren sollte, so waren im Erbe des späten Velázquez die Tradition der spanischen Dunkelmalerei im Gefolge Caravaggios sowie die Auseinandersetzung mit zwei großen venezianischen Koloristen, Tizian und Tintoretto, mitenthalten. Vielversprechend ist daher die Ausstellung, die noch bis zum 15. Februar 2015 im Kunsthistorischen Museum in Wien gezeigt wird: Als erste Velázquez-Schau im deutschsprachigen Teil Europas wartet sie mit etlichen bekannten Bildnissen und Berühmtheiten wie der Londoner „Rokeby Venus“ auf. Anhand der Wiener Exponate, flankiert von Werken, die nicht auf Reisen gehen können – wie Velázquez’ monumentales Königsfamilienbildnis „Las Meninas“ –, wollen wir der Spur folgen, die der spanische Barockmaler in der westlichen Kunstgeschichte hinterlassen hat.

LEITUNG Dr. Karoline Künkler
TERMIN Sonntag, 1. Februar 2015, 12 bis 18 Uhr
KOSTENBEITRAG 40 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 10 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Karoline Künkler
Dr. Karoline Künkler
Studium der Bildenden Kunst, Kunstgeschichte, Kunstsoziologie, Erziehungswissenschaften und Germanistik an der Kunstakademie sowie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dort Promotion mit der Dissertation „Aus den Dunkelkammern der Moderne. Destruktivität und Geschlecht in der Bildenden Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ (erschienen 2012). Dozentin und Autorin für Kunstgeschichte, Lehraufträge an den Universitäten Oldenburg und Düsseldorf.