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Jüdisches Bürgertum und die Tradition der Aufklärung in Hamburg: Albert Ballin und Max Warburg

Seminar mit Dr. Katrin Schmersahl
17. Januar 2016 (11.00 Uhr - 15.00 Uhr)
ausgebucht

Albert Ballin (1857–1918) und Max Warburg (1867–1946): Ihre Biographien stehen exemplarisch für die Rolle des jüdischen Bürgertums im Wirtschafts- und Kulturleben des wilhelminischen Hamburg. Beide waren eng befreundet, obwohl sie bis auf die jüdische Glaubenszugehörigkeit zunächst nicht viel gemein hatten: Der eine, Ballin, wuchs verarmt im Hafenmilieu auf, der andere, Warburg, entstammte einer alteingesessenen und vermögenden Hamburger Bankiersfamilie.

Gemeinsam aber ist ihnen der wirtschaftliche und gesellschaftliche Erfolg: Ballin widmet sein Leben dem Aufstieg der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt Actiengesellschaft, kurz HAPAG, zur weltweit führenden Reederei; Warburg wird – in vierter Generation – das Bankhaus M. M. Warburg & Co. nicht nur zum führenden in Hamburg, sondern zu einer der ersten Adressen in der internationalen Finanzwelt machen. Beide gelten sie ihren politischen Widersachern als Vertreter des Großkapitals, beide sind als sogenannte „Kaiserjuden“ antijüdischen Vorbehalten und Angriffen ausgesetzt. In der NS-Zeit wird der Name Ballin aus den Annalen der HAPAG getilgt, und Warburg sieht sich gezwungen, sein Bankhaus „freiwillig“ zu „arisieren“ und emigriert mit seiner Frau Alice in die USA.

Die Spuren ihres Wirkens sind jedoch bis heute im Stadtbild sichtbar. So ließ Ballin 1901 die „Auswandererhallen” auf der Veddel außerhalb Hamburgs anlegen – seit 2007 Museum BallinStadt –, und das Hotel Atlantic wurde 1909 als Grand Hotel für die Passagiere der HAPAG eröffnet. Den heute als „Römischer Garten“ bekannten Park bei Blankenese verdanken wir wiederum Max und Alice Warburg: Unter der Obergärtnerin Elsa Hoffa entstand ab 1913 ein in Hamburg bis heute einzigartiger moderner Architekturgarten, voller Zitate der italienischen und deutschen Gartenkunst.

LEITUNG Dr. Katrin Schmersahl
TERMIN Sonntag, 17. Januar 2016, 11 bis 15 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Katrin Schmersahl
Dr. Katrin Schmersahl
Studium der Geschichte und Literaturwissenschaft in Tübingen und Hamburg, promovierte Historikerin. Teilnahme am Forschungsprojekt „Geschlechtergeschichte der Politik“; wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Universität Hamburg. Seit Jahren in der Erwachsenenbildung engagiert und begeisterte „Elbläuferin“ und Parkführerin (www.elbblicke.de). Jüngste Veröffentlichungen u. a.: „Hamburger Elbblicke. Die Geschichte der Parks, Landhäuser und Familien entlang der Elbchaussee“ sowie gemeinsam mit Jürgen Weber „Spaziergänge am Elbufer und durch die Parks“ (beide 2012).